Beiträge von Andreas Straßburg

    Guten Morgen.

    Wie schon von anderen hier beschrieben, mal die Ansaugbrücke absprühen, ob die dicht ist. Entweder BG-widrig mit Bremsenreiniger, dann aber von weiter weg. Bei längeren Haaren oder Bart besteht akute Verlustgefahr,wenn das Zeug verpufft. Ist die Ansaugbrücke undicht,dann gibt der Kadett Gas. WD40 oder sonstiges Sprühöl geht auch. Das entzündet sich wesentlich schlechter, ist also nicht so gefährlich. In dem Fall "verschluckt" sich der Motor,wenn das eingesaugt wird. Auch den Vergaserfuß kontrollieren. Unter dem liegt ein Gummiring in der Ansaugbrücke. Fehlt der, ist plattgedrückt oder gerissen oder war der Vergaser ab und wurde mit altem Ring wieder montiert,dann ists da garantiert undicht. Bitte auch mal an der Drosselklappenwelle wackeln in jeder Richtung. Die darf kein fühlbares Spiel haben. Vor allem an der Seite,wo das Gasgestänge eingehängt ist. Der Kram ist schwer für ne dünne Metallwelle,die im Alugehäuse dreht. Wäre nicht der erste,der dort ausgeschlagen ist. Ein Spritzer Bremsenreiniger findet auch dort den Falschlufteintritt,der allzu oft über die Gemischschraube kompensiert wird,vor allem beim Automatik,weil der sonst wegen der Drehzahlabsenkung bei eingelegtem Gang läuft wie ein Sack Muscheln. Die CO-Grenzwerte von 2,5- 3 Vol% geben es ja lange her... Irgendwann ist aber Ende. Last but not least: Seitlich am Vergaser ist eine kleine M5 -Schlitz-Madenschraube mit Kontermutter. In Fahrtrichtung links. Das ist die Schraube,die den Venturi-Einsatz im Vergaser befestigt. Ich hatte es auch schon mehrfach bei den kleinen Solex-Vergasern,dass der Einsatz lose war(losgerappelt im Lauf der Jahrzehnte). Dann ist der ganze Venturi-Effekt dahin und das Luft/Sprit-Gemisch wird nicht richtig vernebelt,ein Teil tropft dann einfach in die Ansaugbrücke. Genau der Teil läuft dann in der Brücke entlang und nimmt durch die Schwerkraft den kürzesten Weg: Zylinder 2 und 3.

    Der moderne Öko-Alkohol-Plempen-Sprit machts nicht besser. Der Alkohol-Anteil verdampft bei betriebswarmem Motor,zurück bleiben die schlechter entzündlichen Bestandteile,die dann beim Abstellen Richtung Zylinder 2 und 3 laufen. Beim nächsten Kaltstart wird das dann mit angesaugt,verbrennt schlecht und der Motor läuft kurz nur auf 2,5 Zylindern. Wenn sich überall dort nichts finden sollte,dann wird es der Zylinderkopf sein. Ich hatte mal einen C-Coupe Automatik,der brannte alle 8500-9000 km den Flammsteg der Kopfdichtung zwischen Zylinder 2 und 3 durch. Irgendwer hatte wohl in grauer Vorzeit die Kopfdichtung gemacht und beidseits von aussen mit festziehen angefangen. Der Kopf war krumm wie eine Banane. Bei der 3. Dichtung kam dann ein anderer drauf,danach war Ruhe.


    Viel Erfolg!

    Gruß, Andy


    P.S.: Was das Ventile-Einstellen angeht: bei dem Alter der Motoren macht man das am besten bei betriebswarmem(!) und laufendem(!) Motor. Bei den CIH muss man sich ne Kettenabdeckung basteln,der spritzt das Öl sonst überall hin,beim OHV geht's natürlich ohne. Das Ventil schlägt sich nämlich mittig in den Kipphebel ein,da kommt man mit der Fühlerlehre nicht weit. Die Einstellschraube des Kipphebels wird bei laufendem Motor soweit zugedreht, bis der Motor nur noch auf 3 Pötten läuft(Ventil schließt dann nicht mehr komplett),dann zurück, bis der Kipphebel ganz leicht anfängt zu tickern. Dann passt es. Betriebswarm natürlich, weil sich die alten Gusssachen ganz nett ausdehnen. Da werden aus 0,2mm bei eiskaltem Motor, mit der Fühlerlehre eingestellt, ganz schnell mal höchstens 5 Hundertstel bis Max. 1 Zehntel,wenn der warm ist.


    Nun aber viel Erfolg.

    Ach so: Bitte tue dir selbst einen Gefallen und kauf keine Teile von Ninchingching in einem weißen Umkarton. Wer billig(st) kauft ,kauft kurz darauf nochmal. Zumindest bei den Stossdämpfern. Die Korkdichtungen halten eh meist höchstens 2 Jahre,dann schwitzt es wieder. Da ist egal von wem die sind.

    Hi. Also machen/zeigen wär jetzt nicht das große Problem. Weiß nur nicht, ob du dafür 100km eine Strecke fahren möchtest.....

    Werkstätten, auch freie,haben in der Regel keinen Bock auf mitgebrachte Sachen und bauen die auch nicht ein. Einfach,weil sie Gewährleistung auf ihre Arbeit geben müssen. Und das machen sie bei Teilen unklarer Genese nunmal nicht. Hexenwerk ist das aber alles nicht und die Teile kosten online nicht viel. Im "Akkord" wäre das an einem Tag durchgeschaut,mit bisschen Zeit und Muße an nem Wochenende. Ölwannendichtung(nachziehen bringt nix,sind Alu-Ringe drin,die genau das verhindern,Ventildeckeldichtung manchmal auch),Ventildeckeldichtung und Stossdämpfer besorgen und ab geht's. Bitte Öl und Filter nicht vergessen, wenn die Wanne einmal ab ist,dann bietet sich das an.

    Gruß, Andy

    Guten Morgen. Bitte mal die Benzinpumpe aus dem Tank holen und kontrollieren, ob es die richtige ist. Die sehen alle gleich aus,allerdings hat die Pumpe für die Multipoint-Einspritzung(C 12NZ- C18NZ) etwa 1,8-2 bar Druck und die für Fahrzeuge mit Singlepoint-Einspritzung (C20NE)hat 3bar Druck. Hatte das Problem bei einem Nexia. Der hat ja auch Multipoint. Die originale Pumpe war fest,eine vom C14NZ hatte ich noch....Anschließend hab ich Wochenlang gesucht, warum der läuft wie ein Sack Muscheln....Da war das Problem anders herum und der hatte zu wenig Druck,sollte bei dir jedoch eine 3bar-Pumpe verbaut sein,dann bekommt er zuviel Sprit. Der Druckregler ist für das eine bar zuviel nicht ausgelegt und der Rücklauf zu klein dimensioniert für so viel Druck. Da wird sich der Druck während des Laufes immer weiter aufbauen und die arme Lambdasonde versucht das einzuregeln bis es nicht mehr geht. Das Gasgeben über 1500 U/min kaschiert das Problem, denn es kommt kurzfristig mehr Luft für schon zuviel Sprit,damit das Gemisch zündfähig bleibt,bis das halt auch nicht mehr geht.


    Also: Pumpe eben aus dem Tank holen und kontrollieren. Der Druck steht auf dem Alu-Gehäuse der Pumpe aufgedruckt/eingeprägt.


    Gruß, Andy