Die Kraftstoffe der 80er sind im Wesentlichem gleich der Heutigen, wenn man die GLEICHE Sorte miteinander verglicht, das ist wichtig!
Beispiel heute E5, damals Super bleifrei: Heizwert, Klopffestigkeit, Dichte... alles annähernd gleich. Die Additivierung ist das was die Marken (Shell, Jet,...) unterscheidet und wo auch die Unterschiede zu Früher liegen. Ein Motor der 1987 Super bleifrei vertrug fährt 2022 mit E5 nicht besser oder schlechter. Und wenn es E-Fuels geben wird wird es genauso sein.
An welche Grenzbereiche kommt man wenn man sparsam fahrt???
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Hallo Roman,
woran machst Du Deine Anmerkungen fest? Vielleicht habe ich da ja was falsches gelernt... oder bin auf dem Holzweg.
Dass würde mich schon interessieren, bevor ich an diese Mär glauben kann.
Du kannst keine Kraftstoffe aus den 80´ern mit heutigen Raffinerieprodukten gleichstellen! So etwas bemerkt jeder, der bereits in der 80´er und 90´er Jahren mit älteren Vergaserfahrzeugen unterwegs war und es heute auch noch ist.
Nicht nur das Abgasverhalten, sondern auch die Werte am Tester zeigen dies durch die widergegebenen Zahlen an. Daneben haben sich auch das Kaltstart- sowie auch das Leistungsverhalten beim Einsatz von "offenen Kraftstoffaufbereitungssystemen" gravierend verändert; ursächlich hierfür sind der höhere Anteil an leicht flüchtigen Alkoholen und Additiven im Kraftstoff.
Mein Wissenstand ist, dass z.B. die Beimengung von 5% Volumensubstituten zu einer Senkung der massebezogenen Substitutionsquote von 4,6% und einer energetischen Reduzierung von rund 3 % führen, und dass ist beim Brennwert des Kraftstoffes definitiv messbar... und nun erhöhe diesen Anteil um den der E-Fuels, dann kannst Du Dir das Ergebnis dazu selbst beantworten.
Aber naja, hier mal etwas zu den Auswirkungen der seit den 80´ern veränderten chemischen Eigenschaften moderner Kraftstoffe, so wie ich es gelernt habe.
Die höhere Cetanzahl verringert den Zündverzug beim Verbrennungsprozess.
Die Aromatenfreiheit reduziert die Ruß- und Partikelbildung bei den Abgasemissionen.
Die reduzierten Partikelemissionen ermöglichen eine genauere Applizierung des Motors hin zu niedrigeren NOx-Emissionen.
Die heutige Schwefelfreiheit der Kraftstoffe verhindert eine Sulfatbildung, wodurch die Abgasnachbehandlung genauer appliziert werden kann; was wiederum die Kosten für die Abgasnachbehandlung signifikant senkt.
Kurzum mit den modernen Kraftstoffen ist eine gezieltere Applizierung des Motors (über das Motormanagement) auf den gewählten Kraftstoff möglich und die Verbrennung kann präziser erfolgen, was den Wirkungsgrad des Motors erhöht.
Und zum Schluß kann noch erwähnt werden, dass die Kraftstoffherstellung heute bei der Raffinerie des Rohöles viel engere Toleranzen bei den Eigenschaften gewährleisten kann.Die feinere Definierbarkeit der Kraftstoffeigenschaften ermöglichte zudem die Realisierung neuer Motorenkonzepte wie z.B. HCCI2 oder CCS.
Ach ja und das Thema Sparsamkeit und Grenzbereiche, die Schallmauer ist es nicht.
Die einzigen Grenzbereiche sind hier durch die physikalisch/ chemischen Eigenschaften der Kraftstoffe bei der Verbrennung gesetzt. Daher gibt es Mengenangaben die so ad absurdum sind, dass sie mit den zum Einsatz kommenden Mitteln technisch nicht zu erreichen sind.
Dass wäre als wenn ich sagen würde, ich fahre meinen 6 Zylinder Quattro mit Permanentallrad mit 6 Litern auf 100 Kilometer! Was utopisch ist.
Wenn ich Mitte der 90´er mit meinem C14NZ im Kadett auf 7 Liter gekommen bin, dann war ich glücklich, und der war damals 8 Jahre alt. Nun schau mal auf Kyle01 der schafft mit heutigen modernen Kraftstoffen noch mal 1 Liter weniger; und genau das war damals mit den Kraftstoffen auf Schwefelbasis nicht möglich, weil ein viel größerer Teil des Kraftstoffes in "nicht nutzbare" Zerfallsprodukte umgewandelt wurde.
Mit Turbo-Downsizing und 3 Zylindern komme auch ich heute mit meinem 1,6 Tonnen Specki auf unter 6 Liter; Kyle01 ist da mit 700 kg weniger unterwegs und schafft das ebenfalls.
Ich wünsche auch Dir einen guten Rutsch nach 2023