Beiträge von Strahli

    Das AGR gab es seit ca. 1983 für Schweden und die Schweiz bereits für alle Vergaser- und Einspritzerfahrzeuge vor der Einführung der Multec; sowie auch als Nachrüstsätze für die deutschen Euronormfahrzeuge "ohne" Katalysator sowie für Österreich ab ca. 1985. Wurde in Deutschland jedoch so gut wie gar nicht geordert, da die Umrüstung auf den U-Kat wesentlich günstiger war; hatte ich mit meinem 13S ja auch so gemacht.


    Einer der Störfaktoren bei älteren Autos ist der Unterbrecher in der Kontaktzündanlage, wenn der Kondensator platt war. Sollte der 13N im Kadett E aber nicht mehr haben, da dieser bereits mit kontaktloser Zündanlage ausgestattet ist.

    Beim Kadett D mit der alten Bosch Kontaktzündanlage ist dieses Verhalten bekannt.

    Anbei eines der Bilder aus meinen technischen Unterlagen zur Abgasrückführung über das AGR-Ventil, welches entweder ab Werk oder auch nachgerüstet, auf einer entsprechend zum Standardmotor abweichend mit einem Rückführungskanal ausgestatteten Ansaugbrücke, platziert sitzt. Auch die Standard Zylinderköpfe besitzen ab Werk keinen Abgasrückführungskanal.

    Vom Zylinderkopf ausgehend wird ein Teil der unverbrannten Abgase aus den Zylinderbrennräumen über das mittels temperatur- und unterdruckgesteuerte AGR-Ventil durch den Kanal in der Ansaugbrücke zum Ansaugbereich unterhalb der Multec erneut der Verbrennung zugeführt.

    Das Ventil arbeitet erst ab einer Motorkühlmitteltemperatur oberhalb von 20 °C, darunter ist die Unterdrucksteuerung wirkungslos. Die Pfeile im Bild zeigen den Weg der unverbrannten Abgase Richtung Ansaugtrakt an.

    Gibt es hier Undichtigkeiten, dann ist der Motorenlauf instabil und es kommt zu Leistungsverlust, und gleichzeitig steigt der Kraftstoffverbrauch an.


    Hat Dein C13N einen Blinddeckel auf den Ansaugrohr verbaut? Vermutlich nicht.

    AGR war in Deutschland und den meisten Märkten nicht werksseitig verbaut, aber es gab auch Umrüstsätze für die AGR bei 13N, 13S und weiteren.


    Hier ein entsprechendes Bild von der Corsa A Seite, wo der Blinddeckel auf dem Saugrohr eines C13N zu sehen ist, darunter befindet sich der Abgasrückführungskanal in den Zylinderkopf. Ich suche heute Abend mal entsprechende Unterlagen raus.


    https://www.opel-corsa-a.com/Motoren/C13N.jpg

    Jo, dass ist mir für den 13N wie auch den 13S Motor bekannt und habe ich auch nie anders dargelegt.

    Ich weiß nur nicht, welche der Kolben im C13N stecken, da ich diesen Motor nie zerlegt habe; dass war einfach nicht mein Motor.


    Japp, es gibt "verschiedene" Zylinderköpfe und es gibt "gleiche" Zylinderköpfe mit unterschiedlichen Teilenummern.


    zu ersterem:

    Die Zylinderköpfe für den schwedischen wie auch den schweizerischen Markt unterscheiden sich gegenüber den Standard Zylinderköpfen der übrigen Vertriebsmärkte durch die Form ihrer Brennräume, zudem sind sie mit Solex Vergaser auf Normalbenzin und mit Varajet Vergaser auf Superbenzin ausgelegt; sowie durch das Vorhandensein des Abgasrückführungskanals im Zylinderkopf, welchen die Standard Zylinderköpfe der übrigen Märkte nicht besitzen; und der beim 1300´er Motor erst mit dem C13N eingeführt wurde.

    Dieser AGR-Kanal verursacht zusammen mit dem Ventil selbst heute auch aufgrund fehlender Wartung diverse Motorlaufprobleme, bei den damit ausgestatteten Motoren; denn diese müssen regelmäßig geprüft und gereinigt werden. Die Prüfung und Wartung ist laut Serviceplan alle 15.000 km vorgesehen, was die meisten Fahrzeugeigner und Werkstätten heute aber beflissen vernachlässigen oder das AGR stilllegen.


    zu zweitens:

    Es gab drei verschiedene Zulieferer für die Standard OHC Zylinderköpfe, zwei auf dem europäischen Festland und einen für die britischen Inseln und Irland. Diese Zylinderköpfe haben zwar unterschiedliche Teilenummern, sind aber in Form und Geometrie ansonsten vollkommen identisch.


    Smallblock 1300´er Motor:

    Kopf = identisch bis auf abgasgeminderte Version für Schweden / Schweiz

    Nockenwellengehäuse = identisch

    Nockenwelle = verschieden, jeweils 13N / 13S

    Ventile = identisch

    Hydros = identisch

    Ventilfedern = identisch

    Zylinderkopfdichtung = identisch

    Kurbelwelle = identisch

    Pleuel = identisch

    Kolben = 2 verschiedene Versionen mit unterschiedlichen Durchmessern (gekennzeichnet durch die jeweiligen Kennzahlen)

    Abgaskrümmer = identisch

    Ansaugkrümmer = 4 verschiedene Versionen Solex oder Varajet Vergaser mit Abgasrückführungskanal sowie Solex oder Varajet Vergaser ohne Abgasrückführungskanal

    Motorblock = 2 verschiedene Versionen jeweils Ausführung für Schalt- oder Automatikgetriebe

    Vergaser = 3 verschiedene Versionen Solex/ Varajet und für den Astra MK1 auf den britischen Inseln und Irland beim 13S der Dellorto FRDA 36 Vergaser



    Die Drosselung der Motorleistung erfolgt für die Schweizer Motoren S13N sowie S13S über das Steuergerät für die Zündanlage mit elektronische Kennfeldsteuerung.

    Für die Österreichischen Motoren A12ST, A13N sowie A13S über die Konusdrossel im jeweiligen Luftfilterkasten; hier wurde für den Kadett D auf eine elektronische Kennfeldzündung verzichtet, da keine verschärften Abgasgrenzwerte dies erforderlich machten. Diese Zündanlage zog erst mit beim Kadett E zusätzlich zum Konus ein.



    Kenne ich, hatte diesen Vergaser in Verbindung mit einem Kadett D 13S in den 90´er Jahren. Die Abgasreduzierung beim Pierburg 1B1 Vergaser erfolgt über das Schubgemischventil, welches im Schubbetrieb durch eine Umgemischanreicherung für eine Drehzahlanhebung sorgt und dadurch die Abgaswerte verbessert. Sorgt jedoch im Gegenzug für den Leistungsverlust gegenüber dem Varajet Vergaser.


    So wird ein Schuh draus, mit der C14SE Nockenwelle passt das, aber mit einer 13S Nockenwelle auf dem C14NZ ist der Motorschaden vorprogrammiert.

    Schmitti

    N'abend Thomas,

    danke für Deine Bestätigung. Japp, so waren auch meine Erfahrungen rund um meine Spielereien mit einer Irmscher Doppelvergaseranlage, samt Fächer und Nockenwelle.

    Mit 90 PS aus 1300 Kubik war die Fuhre noch vernünftig im Alltagsverkehr ziemlich gut zu fahren und hing bissig am Gas. Mit einer weiter verschärften Nockenwelle und 95 PS hatte man gefühlt einen vollkommen anderen Motor, im Drehzahlkeller war nichts mehr vom vorherigen Verhalten vorhanden, aber ab ca. 3500 u/min. schob der Motor fulminant vorwärts und gierte förmlich nach Drehzahlen, die einzigen Leistungsgrenzen waren die hiesigen langgezogenen Berge und die damals verwendete Getriebeübersetzung. Die Drehmomentkurve sah plötzlich vollkommen anders aus, und im Stadtverkehr war das Ding plötzlich nicht mehr fahrbar.

    Mit meinen damaligen Einspritzmotoren habe ich lange nicht so viel Spaß gehabt, wie mit dem 12S und dem 13S im Kadett; auch nicht mit meinem Golf 1 Pirelli. Der war zwar bei Vmax schneller, aber beim Fahrspaß im Hintertreffen.


    Gruß Strahli

    Hallo Thomas,

    der von Dir spitz gespielte 13S war der dann im Alltagsbetrieb noch fahrbar?

    Ich habe nämlich bei 95 PS damals aufgehört herum zu experimentieren, weil ich dann Probleme mit der Einstellerei bekommen habe. Entweder lief der Leerlauf, der Teil- oder Volllastbereich nicht mehr richtig. Ich musste ständig mit dem Fuß im Stand nachjustieren damit er mir nicht abstirbt, dafür war er nicht mehr zu bremsen wenn es ums Hochdrehen ging, dann hing er gut im Futter. Letzteres kann die Multec Steuerung nicht leisten, die macht da nämlich zu.


    Gruß Strahli

    Frisco-2.0

    Wie schon zuvor geschrieben, funktioniert ein Umbau auf 13S Nockenwelle "nur dann", wenn man den Ventilen auch den Freiraum für den längeren Ventilhub einräumt. Entweder man baut seinen 1300'er Motor auf 13S Kolben um, oder man lässt da einen Fachmann dran; ansonsten gibt es einen Motorschaden.


    Warum sollten die 70 PS unrealistisch sein?

    Der C13N hat bereits eine Verdichtung von 9,0:1 im Gegensatz zum 13N mit nur 8,2:1

    Mit Umbau auf 13S Nockenwelle, sofern die in den Kopf vom C13N passt, und der Kopfdichtung vom 13S, würde es mich nicht wundern, wenn auch der C13N auf eine Verdichtung von 9,2:1 käme. Dann bliebe nur noch der Faktor der kleineren Ventile ein Hemmnis, mechanisch betrachtet sind beide Motoren im Grundkonzept Zwillinge.

    Ich habe in den 90'er Jahren 90 PS aus dem 13S gekitzelt. Im Unterschied zum C13N, habe ich aber auf Doppelvergasertechnik gesetzt, da hier das Fenster für die Gemischdurchsatz einfacher zu beeinflussen ist und auch schnell durch einen Düsenaustausch erweitert werden kann. Das geht mit der Multec steuerungsbedingt nicht; man kann zwar mit der Drosselklappe und der Einspritzdüse spielen, aber der Gemischdurchsatz ist durch die Steuerung stets begrenzt und limitiert.

    Weshalb ich das Thema C14NZ und Multec nach 5 Jahren Spielerei auch nicht mehr weiter verfolgt habe und zum 13S zurück gekehrt bin.