Beiträge von Strahli

    Mal was neues...

    Gestern habe ich das schöne Wetter genutzt und habe nach 20 Jahren Stillstand meinen Golf 2 ausgegraben, aus der Halle ans Licht geholt und in meine daneben liegende Garage umgeparkt.

    War erst am Überlegen ihn mal ausgiebig zu waschen und zu reinigen, habe diesen Gedanken aber schnell verworfen, da ich nicht unnötig Feuchtigkeit in die Karosserie einbringen und ihn dann wohl möglich feucht in der Garage abstellen wollte. Dann lieber im Zustand eines Scheunenfundes noch ein weiteres halbes Jahr schlummern lassen...

    JuppesSchmiede

    lass uns die letzten Schriftwechsel hinter uns lassen, natürlich ist berufliche Erfahrung durch nichts zu ersetzen und viele Wege führen zum Ziel. Wir hatten auch schon viele Fahrzeuge, wo sich freie Werkstätten dran ausgetobt haben, weil Kunden Geld sparen wollten und dann z.B. in Druckluftbremsen Rückschlagventile verkehrt herum eingebaut haben und anschließend den Fehler zur festen Bremse nicht finden konnten. Beispiele habe ich da einige aus 25 Jahren Berufserfahrung.


    Ich entschuldige mich dafür, dass Du denkst, dass ich Dich irgendwie darstellen wolle; dies war und ist nicht meine Absicht.

    Sorry JuppesSchmiede dass soll hier nicht auf Besserwisserei hinauslaufen, ich habe nur auf Deine Frage reagiert und Dir mit meinen Worten eine Erklärung geben wollen, mehr nicht. Auch lese auch stets Deine Berichte sehr gerne.


    Min- und Maxtoleranz sind dafür da genutzt zu werden, dass hatte ich doch in meinen Ausführungen erwähnt. Eine Überfüllung wirkt sich nur negativ auf die Bremsleistung und den Pedalweg aus, aber nicht auf die Funktion der Bremse.


    Den Rest Deiner Rückmeldung lassen wir mal unkommentiert, wir beide wissen woraus der entstanden war und ich fasse das nicht als negativ auf. Darauf kann ich Dir meine Hand geben. :thumbup:


    Zum Thema Lehrbuch, eher mitnichten... ich habe dieses Thema an meinem Kadetten selbst schon durch; siehe nachstehendem Foto:


    So etwas würde ich Dir nie unterstellen, dass sei gewiss und ich will Dir damit auch nicht zu Nahe treten.


    Jeder hat seine Stärken und Schwächen, mich eingeschlossen.

    Ich arbeite selbst nach 10 Jahren Aus- und Fortbildung seit 25 Jahren in der Fahrzeuginstandhaltung.

    Ich kenne keine "Fachwerkstatt" die nach Deinem beschriebenen Procedere arbeitet, und wir tun dies auch nicht.

    Alles andere sind nach der Handhabung keine Fachwerkstätten, denn die Anwendungsfälle werden in der Ausbildung ausgiebig behandelt und vermittelt; wir sind Ausbildungsbetrieb.

    Die alte Bremsflüssigkeit wird über die Ausübung von Druck auf den Flüssigkeitsspiegel aus dem geschlossenem System gedrückt, so lernt man es in der Ausbildung.

    Im Zylinder des HBZ, in dem sich der Bremskolben beim Bremsen bewegt, gibt es zwei Öffnungssysteme, eines für den Flüssigkeitsausgleich und eines für den Flüssigkeitsnachlauf, beide müssen einwandfrei durch die Bewegung des Bremskolbens überdeckt sein, dies erfolgt durch die Einstellung des Bremspedalweges.

    Der Bremsflüssigkeitsbehälter dient ausschließlich der Versorgung des Hauptbremszylinders mit Bremsflüssigkeit und zum Druck- und Mengenausgleich der Bremsflüssigkeit.

    Die Bremsflüssigkeit im Behälter darf nicht oberhalb der Maximalmarkierung stehen, und schon mal gar nicht bis hoch zum Entlüftungsloch im Verschlussdeckel, was es ja bei einem Überlaufen tun würde!!!

    Diese Entlüftung sorgt für die Ventilation des Behälters zur Außenatmosphäre und muss stets frei sein. Ist dieses Loch verstopft, zugeklebt (was viele Hobbyschrauber machen um Feuchtigkeit von der Bremsflüssigkeit fern zu halten, alte Mähre) oder mit Flüssigkeit blockiert, so verhindert der über dem Flüssigkeitsspiegel entstehende Unterdruck ein Nachfließen der Bremsflüssigkeit aus dem Ausgleichbehälter in den entspannten Flüssigkeitsraum vor dem Bremskolben.

    Der Eigendruck auf Höhe des Flüssigkeitsspiegels ist zwischen Min- und Max-Markierung so bemessen, das die Flüssigkeit bei entspanntem Bremspedal im richtigen Verhältnis zum Bremssystemvordruck in die HBZ-Bremszylinderkammer nachlaufen kann.

    Dieser Eigendruck auf den Flüssigkeitsspiegel wäre bei einer Überfüllung des Ausgleichsbehälters, schon mal gar nicht auf Höhe des Einfüllkragens am Schraubverschluss viel zu klein und würde die Wirkungsweise der Bremsanlage negativ beeinflussen.


    Wenn Du weitere Fragen immer sehr gerne.

    Bitte nicht falsch verstehen, in puncto Karosseriebau bin ich dagegen eine Null und Du der Fachmann, und auch meine Grundkenntnisse in Sachen Schweißen sind nach 30 Jahren Abstinenz eher unbedeutend; aber Opel85 hat hier leider Recht.

    Ein Bremsflüssigkeitsbehälter kann technisch gesehen bei einem korrekt arbeitendem HBZ nicht überlaufen, dass ist nicht möglich, da der Flüssigkeitsdruck ausschließlich ins System abgegeben wir und nicht in den Behälter zurück. Die Flüssigkeit kann nur bei entspanntem Bremspedal über die Manschettenbewegungen und federbelastete Kolben in den Behälter zurück gelangen.

    Die Öffnung im Deckel des Ausgleichsbehälters ist die einzige Öffnung im System einer Flüssigkeitsbremse und dient ausschließlich dem Volumenausgleich innerhalb des System beim Absinken oder Ansteigen des Flüssigkeitsspiegels im Ausgleichbehälter, damit sich beim Bremsen kein Vakuum im Ausgleichbehälter bildet und die Bremsflüssigkeit bei entspanntem Bremspedal ungehindert ins Bremssystem nachlaufen kann.


    Man man man... ^^

    Feuchtigkeit kommt über die Druckluft ins System. An wie vielen Stellen willst Du das System denn öffnen für ein gezieltes Durchpusten? Zudem bestünde ja dann die Gefahr der Verschleppung des Festkörpers. So etwas kenne ich nicht aus der Werkstatt, vielleicht im Hobbybereich. Im KFZ-Bereich hatten wir immer Bremsdruckprüfgeräte auf Flüssigkeitsbasis und nicht druckluftbasiert; diese gab es nur für die Druckluftbremse.

    Selbst wenn wir heute Hochdruckleitungen an Transformatorkühleinrichtungen spülen, machen wir so etwas nicht mit Druckluft, sondern mit speziellen Estherölen.


    Wie muss denn ein Fahrzeug gewartet worden sein um feste Verschlüsse in einer Bremsleitung zu erreichen? Der Festkörper muss ja irgendwie ins geschlossene System gekommen sein, und so etwas ist ja nur bei unsauberer Arbeit beim Öffnen des Systems möglich.

    Habe ich so in 30 Jahren noch nicht wissentlich erlebt. Wenn dann gammelt die Bremsleitung aufgrund von Beschädigungen oder Feuchtigkeit an Sicken oder mechanisch bedingten Engstellen im System, aber dann tauscht man die Leitung aufgrund von Querschnittsverengung aus, da hilft dann auch kein Spülen mehr.

    Das Spülen von Bremsleitungen mittels Druckluft kenne ich nur von Druckluftbremsanlagen, aber da haben wir früher "gekugelt" und mit Hochdruck eine Stahlkugel durch die Leitungen gejagt. So etwas macht heute aber auch niemand mehr, weil man einen Fangkorb am Ende der Leitung benötigt und die Verletzungsgefahr einfach zu groß ist.

    Die im Bild zu senden Verkrustungen deuten auf eine ältere Undichtigkeit an HBZ hin, dabei kann es sich um zersetzte Rückstände von ATE Bremsenpaste handeln. Wenn jedoch größere Mengen Bremsflüssigkeit in den BKV gelangen, dann zersetzen diese die Druckmembrane des BKV und würden aufgrund deren Undichtigkeit der Membrane zu einem spürbaren Bremsleistungsverlust führen; dann müsstest Du schon ordentlich in die Bremse latschen müssen.


    Dass hat aber wie es JuppesSchmiede schon sagte, nichts mit dem Klappern zu tun.


    Und die Idee mit dem Durchpusten der Bremsleitungen würde ich mal direkt verwerfen, die werden mit Bremsflüssigkeit gespült und nicht mit Druckluft gereinigt, Damit bringst Du nur noch zusätzlich Feuchtigkeit ins System.