Beiträge von Strahli

    In dieser Woche habe ich die wohl letzten sonnigen Ausfahrten für dieses Jahr absolviert und muss mir eingestehen mal wieder viel zu wenig unterwegs gewesen zu sein. Aber es war für mich bis jetzt auch kein schönes Jahr gewesen... auf die Dinge die da passiert sind hätte ich gut und gerne verzichten wollen.


    Der Kadett hat aber im Gegenzug alle Erwartungen erfüllt, und die Ausfahrten sowie jeden gefahrenen Kilometer fehlerfrei zurück gelegt.

    CH_Kadett22

    kurz und schmerzhaft, wenn es sich um einen in der Schweiz erstausgelieferten Kadett D handelt, wirst Du einen S13S Motor in Deinem Kadett fahren, dieser besitzt den Varajet Vergaser.

    Dass von Dir beschriebene Fahrverhalten lässt auf eine Fehlfunktion des Teillastanreicherungsventils schließen. Dies kann auf eine ermüdete Feder des Ventiles, aber auch auf Ablagerungen im Vergaser aufgrund der langen Standzeit zurückzuführen sein. Als erstes würde ich den Vergaser zerlegen und reinigen, und mir dann die Feder des Teillastanreicherungsventiles anschauen, oft hakt dieses bereits wenn die Feder verschlissen ist; bleibt halt nach 40 Jahren nicht aus. Ersatz gibt es aber noch für kleines Geld.

    ich muss hier @Meenzer recht geben, ab Werk wurden keine Kadetten mit einer Dachantenne ausgeliefert; diese wurden ausschließlich in den ausliefernden Betrieben auf persönlichen Wunsch der Kundschaft nachgerüstet.

    Das Fabel und der Wunsch nach diesem Gimmick kam auch unter Opel Fahrern auf, nachdem VW seinerseits im Juni 1985 mit der Einführung des Golf GTI 16V die Dachantenne präsentiert hatte.

    Der Hersteller VW bot diese Dachantenne aber im Gegensatz zu Opel bei seinen Golf 2 Modellen ab dem GTI 16V und beim Jetta 2 ab 1987 ab dem Modell Flair 16V serienmäßig ab Werk an.

    Da wollten die Opel Jünger natürlich nachziehen.


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    mit der "schwarzen Stabantenne" war eine im Gegensatz zur verchromten "schwarz eloxierte" Teleskopantenne gemeint, welches es von Bosch ab Werk gab. Diese schwarze Stabantenne von Bosch hat auch VW bei seinen besser ausgestatteten Golf 2 wie z.B. GT und GTI Modellen verbaut; die Dachantenne ab Werk war ausschließlich dem 16V und dem G60 vorbehalten.

    Hallo Frisco-2.0


    Du hast Recht, ich habe die namentliche Bezeichnung der Bauteile verwechselt, es ist beim C14NZ der Hallgeber und beim C16NZ der Induktivgeber. Die Bauteile übernehmen jedoch in beiden Fällen auf unterschiedlichen technischen Wegen die selbe Funktion.


    anbei die Gegenüberstellung der beiden Schaltpläne

    ich tippe mal auf den Hallgeber der das Signal für die Zündung an das Zündschaltgerät gibt, hört sich sich verdächtig danach an; hast den Verteiler bestimmt gegen einen anderen gebrauchten getauscht. Ansonsten mal die Verkabelung und die Steckkontakte des Zündschaltgerätes am Verteiler überprüfen, die zerbröseln gerne im hohen Alter; dann hilft nur noch ein Austausch gegen einen neuen oder besser erhaltenen Verteiler, eine Reparatur ist aufwendig und Ersatzteile sind rar.

    Hallo Björn,


    Temperaturen im Motorraum, wie auch Temperaturunterschiede zwischen einzelnen Bauteilen haben wir bereits in der Ausbildung an den verschiedensten Motoren messen dürfen; die Temperaturdifferenz zwischen Motor und Pumpe beträgt bei betriebswarmen Motor keine 10 °C.

    Wir haben folgenden Aspekt bereits Anfang der 90´er Jahre in der Werkstattausbildung vermittelt bekommen, alle Komponenten der Kraftstoffversorgung, welche im heißen Motorraum bei Betrieb oder Fahrzeugstillstand erhöhten Temperaturen ausgesetzt sind, können infolge von Dampfblasenbildung zu Leerlauf- und Warmstartproblemen führen. Damit hatte auch Opel bis Ende der 80´er Jahre bei vielen Vergasermodellen zu kämpfen; dass die Kisten im Leerlauf abstarben und danach nicht mehr ansprangen.

    Die Einführung von Isolierungen und die Kapselung der Motorräume zur Geräuschminimierung sowie das Thema der Einführung bleifreier Kraftstoffe ab Mitte der 80´er Jahre, haben die ganze Problematik dann aufgrund erhöhter Neigung des Kraftstoffes zur Dampfblasenbildung noch zusätzlich verstärkt.

    Damals wurden in vielen Werkstätten die Spritpumpen im Akkord gewechselt, aber die waren nicht defekt und auch nicht das Problem. Die Ursache war vielmehr der Hitzestau im Motorraum und die mangelnde Fließgeschwindigkeit des Kraftstoffes, weshalb die Vergaser keinen Sprit bekamen. Unser Ausbildungsmeister hat uns das damals sehr gut erklärt.


    Gruß Strahli

    Dass ist ein sehr interessantes Buch, wenn man sich für über 60 Jahre alte Studien des Herrn Richard Bussien interessiert... seit dem hat sich das Rad der Zeit aber ein wenig weiter gedreht.

    Aber man kann sich ja auch gerne das aktuelle Reprint kaufen und als Altpapier ins Regal stellen! :thumbup:

    Natürlich kommen meine Anmerkungen zu spät, dass waren sie schon zu meiner Ausbildungszeit.

    Die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Bakelit sind mir genauso bekannt, wie der Aufbau und die Funktion der Pumpen.

    Ich habe in den letzten 30 Jahren unzählige dieser Pumpen getauscht und auch bereits einige geöffnet. Eine thermische Wärmeisolation bringt nichts, wenn man im trennenden Isolationmaterial einen Durchgang offen lässt, durch welchen man dann als Wärmeüberträger ein heißes Medium zur Schmierung des ebenfalls Wärme leitenden Pumpenstößels in das Gehäuse leitet. Der Temperaturunterschied zwischen Zylinderkopf oder Motor und der Pumpe ist im Zusammenspiel mit dem geringen Systemdruck definitiv nicht ausreichend um eine Dampfblasenbildung in der Zulaufleitung auszuschließen, weshalb die Fahrzeughersteller ab den 80'ern auch beim Vergaser weitestgehend von der one Way Zulaufleitung (wie auch noch in meinem Kadett und Rekord verbaut) auf das System der Kreisleitung mit Rücklauf umgeschwenkt sind. Dies hatte auch mit der sich damals verändernden Kraftstoffzusammensetzung zu tun, welche dazu führte das die Neigung zur Ausgasung der Kraftstoffe zunahm. In den letzten Vergaserausbaustufen wurden dann auch noch Dampfblasengasabscheider in den Zulauf integriert.

    Eine Dampfblasenbildung lässt sich in einem heißen Umfeld nur ausschließen, so lange der Kraftstoff unter Druck und im Fluß bleibt.


    Wer behauptet denn hier, dass die Automobilhersteller fehlerfreie Automobile konstruieren und auch bauen? Wenn dem so wäre, dann würden unsere Autos nicht kaputt gehen, liegen bleiben und so mancher Hersteller nicht mit peinlichen Rückruf- und Kulanzaktionen auffallen... so wie auch Opel in dieser Zeit.

    Die wollen nur Umsatz mit möglichst viel Gewinn erwirtschaften, Fehler sind da ein erwartetes Kalkül.

    Ascona B/C und Kadett D, ich sage nur Nockenwelle und Vergaserprobleme, dass waren bei Opel Anfang der 80'er Jahre auffällig bekannte Rückrufe.

    Hallo Björn,


    mir ist keine Gesamtübersicht bekannt.

    Ob ein Motor eine Beilage unter der Benzinpumpe benötigt ist dem jeweiligen Ersatzteilkatalog für das Modell, lag damals in Form der Mircofilme vor, zu entnehmen.


    Wenn Du bei einem Motor, der unter der Benzinpumpe eine Beilage benötigt, diese weglässt, dann verschiebst Du die Position des Pumpenstößels weiter in Richtung der Pumpkammer und verringerst so aufgrund des kleineren Raumvolumens und der niedrigeren Vorspannung der Gegendruckfeder die Pumpleistung der Pumpe. Im schlimmsten Fall reduzierst Du die Pumpleistung vollends, wenn Du in den membranfedergesteuerten Bereich des Freilaufes kommst. Dies ist auch einer der Gründe warum in den Werkstätten allzu häufig unnötig Benzinpumpen als "defekt" getauscht wurden, obwohl sie es gar nicht waren. Kommst Du in den Bereich des Freilaufes, dann baut die Pumpe keinen Unterdruck mehr auf und kann auch keinen Kraftstoff mehr fördern.


    Gruß Strahli