Wenn Du Dein Auto regelmäßig bewegst, sprich er steht nicht länger wie 2 bis 3 Tage, dann sind die Kaltstarts unbedenklich. Hier tritt zwar auch Verschleiß auf, aber hier macht es die Menge an Kaltstarts. Schließlich bleibt der Ölfilm auf den Zylinderwänden schon ein Zeit lang haften.
Bei Langstehern wie Saisonfahrzeugen sieht das wiederum ganz anders aus, hier ist der Verschleiß aufgrund der wesentlich längeren Standzeiten ein vielfaches höher, da der Ölfilm definitiv abreißt und auch der Öldruck schwindet. Daher sollte man Langstehern vor dem ersten Start einen Stoß Kriechöl in die Brennräume sprühen und anschließend ohne Zündung (Kabel abziehen) mit Starter Öldruck aufbauen.
Bei extremen Langstehern empfehle ich immer ein paar Tage vor dem ersten Start die Brennräume mit Kriechöl zu benetzen und den Motor dann vor dem Start ohne Kerzen mindestens zwei bis drei Umdrehungen von Hand durchzudrehen, da sich auf den Zylinderwänden auch Rost bilden kann wenn der Ölfilm einmal abgerissen ist. Die Oxidschicht ist härter wie die Kolbenringe und kann diesen ohne Schmierung Schaden.
Das Procedere habe ich von meinem ehemaligen Ausbilder und ist zwar etwas Umständlich, aber ich bin damit in den letzten 25 Jahren sehr gut gefahren; alle meine Motoren leben auch nach teilweise 60 Jahren noch. Früher hat man solchen Langstehern vor dem Einlagern zum Motorschutz auch noch ein sogenanntes "Obenöl" dem Benzin beigemischt. Würde ich aber modernen Einspritzmotoren heute nicht mehr empfehlen, weil es das verharzen der Einspritzdüsen begünstigen kann.