Beiträge von Strahli

    Anbei die Daten des zuvor gezeigten BKV vom Hersteller ATE für die erste Serie der D Kadetten bis Baujahr ca. Juli 1981.


    Verbaut in den Modellen mit 1.0, 1.2 und 1.3
    ATE Teilenummer 3.6730-0500.4
    Opel Nr. 544067 / GM 90094910
    ersetzt durch
    Opel Nr. 544092 / GM 90006860

    mir ist kein Reparaturset für die BKV der Kadett'en bekannt. Zudem sind die BKV vom Grundprinzip her nicht zu öffnen und technisch keine Revidierung vorgesehen.

    so war dass damals halt, da haben sich noch die Wenigsten Gedanken um Umweltverschmutzung gemacht.
    Die Kurbelwellengehäuseentlüftung meines 1960'er Rekord geht auch nur über ein Rohr vom Motor ins Freie. Und das Problem mit der Dampfblasenbildung nebst dem Überlaufen der Schwimmerkammer hat Opel damals mit einer Verdampferplatte oberhalb des kombinierten Ein- und Auslasskrümmers geregelt. Erhitzt durch die heißen Abgase wird der übergelaufene Kraftstoff einfach auf diesem Hitzeschutzblech gezielt verdampft.


    Aber Du hast Recht, Gasabscheider gab es ebenfalls für Fahrzeuge ohne Rücklaufleitung. Gelernt habe ich dass zwar vor 30 Jahren, aber live noch nie gesehen.


    So, nun aber wieder zurück zum Thema des Threaderstellers.
    Das Ganze interessiert mich jetzt so sehr, dass ich den Verkäufer anschreiben werde um mich zu erkundigen wie er die Kraftstoffbehälterproblematik gelöst hat.
    Ich werde berichten.

    So lange der Kraftstoff in Bewegung ist und unter Druck steht, sinkt die Neigung zur Dampfblasenbildung. Der Abscheider sorgt vor dem Vergaser für eine Entspannung der Gase in der Flüssigkeit und somit für deren Abkühlung.


    Hier mal was vom Profi dazu:
    Aufbau eines Gasabscheiders

    Ich vermute, dass das Problem in einer defekten BKV Membrane zu finden ist und der Motor dann im Leerlauf abstirbt, weil der Motor über die mit dem BKV verbundenen Ansaugbrücke extrem viel Nebenluft zieht, was das Luftkraftstoffgemisch bei betriebswarmen Motor zu stark abmagern lässt.
    Lese ich jedenfalls daraus, weil der Threadersteller schreibt, dass der Motor mit gezogenem Choke läuft.

    Dass ist so nicht richtig, das System eines Dampfblasenabscheiders kann nur funktionieren, wenn der blasenhaltige Sprit zurück zum Tank geleitet werden kann. Die Probleme gibt es erst seit der Einführung von modernem bleifreien Kraftstoffen mit Alkoholanteilen, denn dadurch senkte sich die Siedetemperatur immer weiter ab und liegt bei heutigen E10 Kraftstoffen bei um die 60°C. Tolle neue umweltverträgliche Kraftstoffe, nur leider völlig ungeeignet für alte Vergaser- oder Einspritzermotoren.

    @Frisco-2.0
    Da bin ich uneingeschränkt Deiner Meinung, die damaligen Autos waren innen wirklich großzügig geschnitten.
    Die modernen Modelle von heute sind innen so mit Technik, Sicherheitsausstattungen wie Seitenaufprallschutz und Dämmmaterial vollgestopft, was man zwar nicht sieht, was aber unwahrscheinlich viel Platz beansprucht und zudem Masse auf die Achsen bringt.

    Der 16SH mit Varajet und Bordcomputer inklusive Verbrauchsmesseinrichtung hat ebenfalls eine Rücklaufleitung, anders ließe sich der Verbrauch gar nicht feststellen.

    @JuppesSchmiede
    Der Sinn für eine Rücklaufleitung beim Vergaser liegt in der Verhinderung von Dampfblasenbildung in der Zulaufleitung. Sobald ein Fahrzeug mit heißem Motor abgestellt wird, fängt der Kraftstoff in der Zulaufleitung an zu überhitzen und zu verdampfen, was dann zu Warmstartproblemen aufgrund Dampfblasenbildung infolge Hitzestaus im Motorraum führt. Um diesem Phänomen entgegen zu wirken, hat Opel ab Mitte '81 angefangen seine Vergasermodelle mit Rücklaufleitungen und Dampfblasenabscheidern auszustatten oder nachzurüsten, auch die meisten D Modelle waren davon betroffen, Ausnahme waren die OHV.
    Ich hatte selbst zwei D mit Rücklaufleitungen, einen 13N mit Solex Vergaser wie auch einen 13S mit Varajet oder Pierburg. Bei beiden Modellen war ein Druckregler in der mechanischen Benzinpumpe integriert, sobald das Nadelventil der Schwimmerkammer am Vergaser zumacht, pumpt die Pumpe den geförderten Sprit zurück in den Tank.