Die Neigung zum Verkeilen der Beläge gehört zum einfach wirkenden Einkolbenschwimmsattel oder Zweikolbenfestsattel einfach dazu, weil die Bremswirkung der Beläge auf der auflaufenden Seite der Bremsscheibe immer größer ist wie auf der ablaufenden Seite.
Die Bremsbeläge werden durch diese einseitig stärker wirkenden Kräfte der sich drehenden Bremsscheibe auch einseitig stärker verschlissen, wodurch sich das Verhalten zum Verkeilen noch zusätzlich verstärkt. Deshalb lernt auch jeder KFZ-Mechaniker im 1. Lehrjahr, dass die Einbaulage bei wiederzuverwendenden gebrauchten Bremsbeläge entsprechend zu kennzeichnen ist.
Um diesem Verschleißverhalten entgegen zu wirken muss das Spiel der Bremsbeläge möglichst klein gehalten werden und wie es JuppesSchmiede schon sagte, der Bremsbelag möglichst saugend in der Bremsbelagführung anliegen; da spricht der Fachmann
Schächte kenne ich nur aus dem Bergbau und von Schornsteinen, aber nicht an Bremssätteln.
Diesem Verkeilverhalten kann man auch entgegenwirken, wenn man teurere Mehrfachkolbenbremssättel wie z.B. bei meiner S2 Bremsanlage im Audi Quattro benutzt, da man bei diesen Bremssystemen die Bremskräfte wesentlich gleichmäßiger auf die Beläge verteilen kann und über die Kolbendurchmesser auch die Kräfte der auf- wie auch ablaufenden Belagseite ausgleichen kann; siehe Bilder.
Die Frage, auf welcher Seite des Doppelkolbenbremssattels sich die auflaufende Belagfläche befindet, dürft ihr Euch jetzt selbst beantworten; habe ich ja oben bereits beschrieben.
Der Unterschied bei der Bremsleistung zwischen einfachwirkendem- und Doppelkolbenschwimmsattel ist definitiv spürbar, und die Vierfach- oder Sechsfachkolbensystem aggieren dann noch mal ein ganzes Stück bremstechnisch darüber... ich sage mal Bremsanker, und ohne ABS kaum händelbar.

