Du vergisst den Würger von Rüsselsheim. Geringe Fertigungstoleranzen =hohe Produktionsstückkosten. Von daher- können: ja, Aber machen: nein.
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Bei Guss- und Schmiedeteilen bin ich da vollkommen bei Dir, da kostet jede noch so kleine manuelle Nacharbeit und erhöht die Stückkosten, so wie es rom bereits ausgeführt hatte.
Bei mechanischen CNC-Fertigungsteilen spielen die Toleranzen bei den einzelnen Stückkosten nur eine Nebenrolle, da die Produktionskosten durch die Durchlaufzeiten je Stück bestimmt werden. Hier sind die personengebundenen Arbeitsschritte und Verteilzeiten die zu betrachtenden Kostentreiber. Im eigentlichen Fertigungsprozess der Maschine spielt es kaum eine Rolle, wie viel Material das Werkzeug abnimmt, hier sind das Übermaß der Rohlinge, die Anzahl der spanabhebenden Schritte, die Zustellgeometrie und der letzte Arbeitsschritt für die Oberflächengüte die Faktoren für die Maschinedurchlaufzeit, und letzterer ist bei allen spanabhebenden Fertigungsverfahren der langwierigste Arbeitsschritt.
Der Faktor Fertigungstoleranzen kommt über die Standzeit und den Verschleiß der Bearbeitungswerkzeuge zum Tragen, denn mit jedem Durchlauf nimmt die Fertigungsgüte und Qualität ab. Wenn man nun betrachtet, ob man nun 100 Motoren mit einem Werkzeugsatz bearbeitet oder 1000 Motoren, dann sind die Stückkosten bei 1000 Motoren natürlich wesentlich günstiger, aber die Fertigungsqualität bei den letzten der 1000 Motoren auch entsprechend schlechter, was zu Lasten der Toleranzen geht.
Hier muss der Hersteller entweder Nacharbeit in Kauf nehmen oder den Verschleiß der Werkzeuge im Produktionsprozess berücksichtigen, was die Toleranzen bereits von vornherein negativ beeinflusst.
Mit diesen Problemen haben alle Hersteller von Massenprodukten zu kämpfen. Entweder fertige ich so gut wie technisch möglich oder eben kostengünstig so gut wie nötig, und nehme spätere den Ruf schadende Reklamationen in Kauf.
Die Zeiten in denen "Opel - der Zuverlässige" war sind lange vorbei...