mal ein kleines Rechenbeispiel
Im Jahre 1992 hätte ich für 18000,- DM einen mir angebotenen BMW 328 Roadster Baujahr 1938 kaufen können, war aber zu geizig dafür einen Kredit aufzunehmen und habe mir stattdessen lieber einen 1984´er Jetta 2 für 5000,- DM gekauft.
Aus heutiger Sicht war das natürlich ein entsetzlicher Fauxpas, da der Jetta 2 heute immer noch ein Schattendasein hinter dem Golf 2 führt und für um die 5000,- EUR im sehr guten Zustand zu bekommen ist. Der 328 hat seinen Marktwert von 1992, als der Oldtimerstatus noch eher stiefmütterlich betrachtet wurde, bis heute um ein Vielfaches auf aktuell ca. 600000,- EUR erhöht und steht heute im Ruf von Garagengold.
Was habe ich falsch gemacht?
Die Frage von günstig zu "günstig" liegt immer im Auge des individuellen Betrachters und seiner eigenen Wertevorstellungen. Das hat in Zeiten einer Wegwerfgesellschaft auch nichts mit dem gesamtheitlichen Werteempfinden einer ganzen Gesellschaft zu tun, wo wenige Treiber in der Gesellschaft einen Bedarfsmarkt (Oldtimerscene) geschaffen haben und dann den Mangel an Produkten ausnutzen um die Preise gezielt in die Höhe zu treiben. Das gleiche gilt übrigens auch für den Wohnungsmarkt und andere Bereiche.
Aus meinen jugendlichen Erinnerungen
Bis in die 80´er Jahre gab es in Deutschland gar keine besondere Oldtimerscene, da war dieser Reigen eher ein Altherrenclub und die meisten dieser Autos wurden nicht auf eigner Achse zu den Treffen gekarrt. Bei diesen Treffen wurden die Autos vor Ort vom Trailer geladen, am Ausstellungsort präsentiert und dann einmal kurz durch die Innenstadt bewegt, Ausfahrten im heutigen Sinne waren eher eine Seltenheit.
Die Jugend der 80´er und 90´er Jahre traf sich davon getrennt unter seinesgleichen zu markenspezifischen Tuningevents, es gab wenig gemeinsame Berührungspunkte.