Beiträge von Strahli

    So nun habe ich mir mal die Zeit genommen und mich mal hingesetzt mein Adrema-Schild aufzuschlüsseln.

    Vielleicht könnt Ihr mir ja bei den beiden noch offenen Ausstattungscodes weiterhelfen, zu diesen beiden habe ich nämlich nichts gefunden.

    Folgendes habe ich entschlüsseln können:


    Typenschild

    Fahrgestellnummer: *3312629464*

    33 = Modellcode Limousine 2-türig mit Heckklappe

    1 = Herstellungsjahr 1981

    2 = Montagewerk Bochum

    629464 = fortlaufende Nummer

    E532 = Farbcode Englischrot (English Red)


    Adrema-Schild

    078025 = Produktionsauftragsnummer

    33098 = 33 = Limo 2-türig/ 0 = Linkslenkung Deutschland/ 9 = Motortyp 13S/ 8 = manuelles 4-Ganggetriebe

    77 = Farbcode für Englischrot

    257 = Ausstattungsvariante SR Modell

    410 = interner Werkscode Linkslenker

    1130652 = Produktionsdatum: 1 = 1. Quartal 13 = 13. Tag 0652 = 652 Tagesnummer der Fahrzeugproduktion

    469 = elektrische Wischer-Waschanlage für Heckscheibe

    471 = Frontscheibenwischer mit Intervall

    494 = Quarzuhr elektrisch beleuchtet

    507 = Sportspiegel Fahrerseite

    51R = Tankdeckel abschließbar und Rückfahrscheinwerfer

    521 = Warnlampe für Handbremse

    53E = Verbundglasfrontscheibe und Zigarettenanzünder beleuchtet

    55R = Zusatzinstrumente und Tageskilometerzähler

    52 = interner Steuerungsschlüssel für Fertigung

    573 = Paket SR Ausstattung

    581 = Ablagefach Fahrer- und Beifahrertür

    591 = ???

    608 = Recaro Sportsitze schwarz mit verstellbaren Kopfstützen

    645 = Innenspiegel abblendbar

    655 = 3-Speichen Sportlenkrad

    668 = ???

    686 = Zusatzausstattung Haltegriffe vorn/ hinter, Ascher hinten in Seitenverkleidung, Make-Up Spiegel Sonnenblende Beifahrer

    695 = Ablagefach Armaturenbrett

    70U = Abdeckung Gepäck-/ Laderaum und Rechteckscheinwerfer

    73B = spezielle Spoiler an Front, Radläufen und Dach

    Jungens, die E Kadetten sind auch knapp 200 kg schwerer und haben auf der Hinterachse selbst bei den kleinen Trommelbremsen bereits Radbremszylinder mit einem größerem Bremskolbendurchmesser, da ist es völlig normal das man dort höhere Bremswerte erreicht.


    Zudem gab es den C16NZ sowohl mit der kleinen als auch der großen Trommelbremse; und beide Bremsanlagen waren im Vergleich zum Kadett D bereits verstärkt.

    Beim D hatten ausschließlich die Automatikkadetten die verstärkte 46 mm Trommelbremse mit größeren Radbremszylindern auf der Hinterachse. Bin in den 90´ern selbst Kadett D mit 13N und 13S Motoren gefahren und kenne die Unterschiede. Die hatten definitiv auch höhere Bremswerte auf den Rollenprüfstand.

    Die Bremswerte auf der Hinterachse meines Kadetten waren schon immer so niedrig, auch nachdem ich diese vor 10 Jahren komplett überholt hatte. Liegt wohl daran, dass der Kadett in meiner Ausstattungsvariante auf der Hinterachse nur ein Leergewicht von nicht mal 350 kg auf die Waage bringt.

    Die Räder blockieren und alleine das ist ausschlaggebend.


    Und an der subjektiven Beurteilung der Bremswerte wird sich auch auf absehbare Zeit bei den Prüfstellen nichts ändern, da die am Bremspedal aufgewandte Kraft nicht erfasst wird.

    Mir sind jedenfalls keine anders lautenden Bestrebungen seitens der Prüforganisationen bekannt.

    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass auch nach einer so niedrigen Laufleistung noch keine Werkstatt an diesen Trommelbremsen gearbeitet haben soll und auch noch keine Teile getauscht wurden. Eine Trommelbremse an sich ist wesentlich wartungsintensiver wie eine Scheibenbremse und fällt häufig aufgrund von Standschäden aus, und lange Standzeiten wird Dein Kadett aufgrund der Laufleistung bestimmt gehabt haben.

    Der Vorbesitzer wird garantiert nicht selbst Hand angelegt haben, aber ich gehe davon aus, dass hier mit großer Wahrscheinlichkeit bereits eine Werkstatt dran war.

    Opel hat bei der Umstellung der Trommelbremse von manuell auf automatisch nachstellend fahrgestellnummernscharf die Produktion in seinen verschiedenen Werken umgestellt.

    Gib mal Deine Fahrgestellnummer durch, dann können wir Dir auch sagen mit welcher Trommelbremsversion Dein Kadett ursprünglich von Opel ausgeliefert wurde.

    Fahre mal rückwärts auf einen Rollenprüfstand und achte mal was dann mit den Bremswerten gegenüber der Erstmessung passiert, Du wirst überrascht sein. Dann wirst Du über die Faktoren Reibwert Rolle/ Reifen und Achslast anders denken.

    Die Bremsbelagflächen wie auch die Reibrichtung sind auch wichtige Faktoren.


    Deine Vermutung ist definitiv falsch, obwohl Dein gedanklicher Ansatz richtig ist, Du hast nur einen Gedankenansatz außer Acht gelassen, die Funktion der lastabhängig wirkenden Bremse der Hinterachse. Schließlich werden laut Prüfprotokoll beim Einsatz der mechanisch wirkenden Handbremse entsprechend höhere Bremswerte erreicht.

    Platzieren wir jetzt drei Personen auf der Rücksitzbank und beladen den Kofferraum, dann wird mein Bremsdruckregler dafür sorgen, dass sich die Bremswerte auf meiner Hinterachse auch im äquivalent erhöhen. Die Funktion meiner Bremsanlage ist so vollkommen korrekt, da die niedrigere Bremswirkung auf der Hinterachse bei unbeladenem Fahrzeug nur dem Spurhalteverhalten dient und dafür sorgt, dass das Heck beim Bremsen aufgrund der Verschiebung der negativ beschleunigtem Massen nicht ausbricht.


    Und dass mein Prüfer nicht richtig messen würde, die Frage kannst Du Ihm gerne selbst stellen. Er ist ein langjähriger Prüfer, der seinen Job liebt, bereits knapp drei Jahrzehnte Erfahrung hat und mit modernster Technik arbeitet.


    Anbei der Prüfbericht aus dem Jahre 2019 mit ebenfalls korrekten Messergebnissen.



    Da gebe ich Dir vollkommen Recht, schwarze Schafe gibt es überall. Dritte am eigenen Auto schrauben zu lassen ist immer eine Sache des persönlichen Vertrauens, wofür ich auch gerne bereit bin etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Dieses Vertrauen habe ich aber in diese besagten Werkstätten restlos verloren.

    Ich sprach hier ausschließlich von meinen eigenen Erfahrungen und bin auch kein Verfechter von Vorurteilen; aber wer seine Mitarbeiter am Ersatzteil- und Reparaturumsatz beteiligt und diese so ermutigt dem Kunden Reparaturen aufzuschwatzen, welche nicht von Nöten sind, der ist in meinen Augen nicht Ziel- sondern Ergebnisorientiert am Kunden interessiert.

    Mir wollte man dort vor Jahren weiß machen, dass meine Bremsanlage verschlissen wäre und man mir für die Reparatur ein Sonderangebot machen könnte, obwohl ich nur zum Erneuern der Winterräder dort war.

    Der Hohn dabei war, dass ich die Bremsanlage erst vor wenigen Monaten komplett selbst erneuert hatte; woraufhin ich im Anschluss auf die Aussage des Monteurs ein Gespräch mit dem Werkstattleiter eingefordert hatte und mich im angeregten Gespräch über das unverschämte Angebot beschwerte.

    Meine Prüfstelle verwendet einen Rollenprüfstand. Die Ergebnisse der Bremswerte kann man nicht unbedingt miteinander vergleichen, die Werte hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab.

    Zum Beispiel von Art, Alter und Wartungszustand des Bremssystems und seiner Komponenten; Delco Systeme haben andere Bremswerte wie ATE-Systeme, dies ist auch auf die unterschiedliche lastabhängige Bremssteuerung der Hinterachse zutreffend. Zudem hat Opel damals vieles miteinander kombiniert, in meinem Fall sind im Kadett Bremssättel von Delco mit einem Bremskraftverstärker von ATE verbaute.

    Die Bremssättel auf meiner Vorderachse sind noch relativ neu und habe noch keine 1000 km abgespult, dagegen sind die Radbremszylinder auf der Hinterachse bereits 10 Jahre alt; die werde ich zum nächsten TÜV garantiert tauschen dürfen.

    Ach ja und noch einen Unterschied gibt es, mein Kadett ist am 13. Januar 1981 vom Band gelaufen und hat somit auch als 13S noch die kleine Trommelbremse mit den nur 28 mm breite Bremsbacken; dass spiegelt sich natürlich auch bei den Bremswerten wieder.

    Bei den nach den Werksferien 1982 gebauten Kadetten waren auch beim 13S bereits die verstärken Trommelbremsen mit 46 mm breiten Bremsbacken verbaut, diese haben natürlich ganz andere Bremswerte auf der Hinterachse wie die kleinen Trommeln.


    Und zu den Bäckerburschen bei der Werkstatt mit den drei großen Buchstaben möchte ich nichts sagen, da soll jeder seine Erfahrungen selbst machen...

    Nur so viel, wer Radschrauben mit Schlagschraubern verkantet anzieht und dann anschließend behauptet, dass der 85 Jährige Autobesitzer beim Nachziehen der Schrauben die Radnabe zerstört hätte und man sich erst vor Gericht einigen muss wer die anschließenden Reparaturkosten zu übernehmen hat, der hat in meinen Augen seinen Beruf verfehlt.

    Die können noch so günstig sein, die Arbeit die dort einige leisten ist noch viel billiger... da ist selbst gratis oft noch zu teuer! Für GUTE ARBEIT darf man auch gerne mal ein bisschen tiefer in die Tasche greifen; dass hat was mit Vertrauen zu tun.


    Ich entschuldige mich im Vorfeld bei all jenen, die auch in diesen Werkstätten Tag ein und Tag aus stets gute Arbeit leisten, denn auch diese wird es dort garantiert geben. Meine Erfahrungen lassen mich aber einen großen Bogen um diese Werkstätten machen, da ich aus meinem Umfeld noch weitere Kapriolen heraushauen könnte.

    besorg Dir das original Opel Werkstatthandbuch für den Kadett D, die dafür derzeit verlangten 50,- bis 70,-EUR je nach Zustand, sind gut angelegtes Geld, denn das Handbuch mit dem auch die Werkstätten gearbeitet haben ist wesentlich umfangreicher und präziser als die "do it your self" Bücher aus dem freien Handel