Beiträge von Strahli


    Was war denn an dem neuen defekten Radbremszylinder dran?

    Hat es sich um ein Reproteil aus aktueller Fertigung gehandelt?


    Bei den heutigen Reproteilen ist die Fertigungsgüte, was Material, Toleranzen wie auch Verarbeitungsqualität betrifft, nicht sehr empfehlenswert. Oft findet man scharfe Kanten oder Rückstände von Spänen aus der Verarbeitung, so etwas darf es an hochsensiblen Bremsteilen nicht geben.


    Aufgrund dieser schlechten Erfahrungen mit Reproteilen bevorzuge ich old stock Teile und versuche stets noch Qualitätsteile aus alter Fertigung zu bekommen. Vor dem Einbau prüfe ich bei alter Lagerware jedes Teil auf Funktion wie auch auf Lagerungsschäden.

    Radbremszylinder werden bei mir vor dem Einbau zerlegt, entgratet, gereinigt und anschließend neu mit ATE Bremsenpaste gefettet; da hat es noch nie Probleme gegeben und die Teile haben anschließend, trotz niedriger Laufleistungen immer mindestens 10 Jahre gehalten.

    Bei meinem Kadett jetzt sogar 13 Jahre, bevor Standschäden auftraten.


    Bremszylinderlaufbahnen nach zu hohnen empfiehlt sich immer, neu fetten und dann mit Montagehülsen, die Bremszylinderkolben ohne Beschädigung der Manschetten in die Bremszylinder schieben. Ohne Montagewerkzeug können die Gummilippen beim Einsetzen umknicken oder an scharfen Kanten verletzt werden.


    Kleiner Nachtrag von mir


    Mittlerweile sind ja die "Lager Dämpfer mit Verstärkung", so hießen die Teile bei Opel wirklich, vom Threadersteller in seinem Kadett verbaut. Für spätere Lesende und Suchende hänge ich hier noch zwei Bilder aus der Bochumer Karosseriefertigung mit Informationen zu den Teilenummern sowie zu den Positionen der Schweißpunkte mit an.


    hier kommen noch ein paar weitere Bilder zum Querträgerboden.

    Ich glaube nach Sichtung der Zusammenbauzeichnungen, dass den Ingenieuren damals nicht bewusst war, dass sie im Bereich der Querlenkeraufnahmen mit den dreifach überlappenden Blechen einen zukünftigen Rostherd konstruiert haben.


    Moin,


    ich hol das Thema mal wieder hoch.

    Es hat was länger gedauert, das Werkstatthandbauch aus Fertigung der Bochumer Karosseriebauabteilung war in meiner Halle nach dem Umzug verschütt gegangen und ist vor Weihnachten bei meinen Aufräumaktionen wieder aus der Versenkung aufgetaucht.

    Hatte mich in der Vergangenheit nie mit dem Buch beschäftigt; interessant ist, dass darin alle Entwicklungsingenieure, die an der Konstruktion des Kadett D beteiligt waren, namentlich genannt.

    Zudem sind Änderungen in den Zeichnungen oft mit Stempel und Namenszeichen/ Unterschrift für die Produktion freigegeben; auch wenn es sich nur um die Änderung eines einzelnen Schweißpunktes handelt.



    In dem Werkstattordner sind zu den Querlenkeraufnahmen und zum unteren Querträgerboden die nachfolgenden Informationen zum schweißtechnischen Zusammenbau zu finden.


    Vollkommen richtig, aber bitte beachten, dass sich der Druck beim Öffnen des Entlüftungsventiles schlagartig abbaut und hierbei keine großen Mengen an Bremsflüssigkeit freigegeben werden.

    Um den "Umschaltdruck" des Bremsdruckreglers korrekt prüfen zu können, benötigt man eine Prüfgerät mit Druckmanometer.


    Prinzipiell handelt es sich ja nicht wie der Wortsinn beschreibt um einen Bremskraftregler, sondern viel mehr um einen technisch federbelasteten Bremskraftbegrenzer; nur benutzt diese Begrifflichkeit heute so gut wie niemand mehr.

    Ich habe zu Aufbau und Funktionsweise noch nicht mal mehr etwas in den Opel Unterlagen in meinem Sammelsurium finden können; daher hier was entsprechendes aus dem VW Regal für den Iltis, die Funktionsweise ist identisch, der Aufbau weicht ab.

    Je nachdem in welcher Stellung der Begrenzer fest hängt, steht das Ventil permanent offen (der Bremsdruck auf der Hinterachse steigt mit steigendem Bremsleitungsdruck identisch mit dem der auf der Vorderachse ansteht gleichmäßig an und pendelt sich auf der Hinterachse nicht ein) oder es ist permanent geschlossen (der Bremsleitungsdruck auf der Hinterachse ändert sich nur wenig bis gar nicht) und die Bremsflüssigkeit kann beim Lösen der Bremse nicht zurückfließen.


    Aufbau und die Funktionsweise des Bremsdruckreglers bzw. Bremskraftbegrenzers


    Hallo Stefan,


    ich vermute mal, dass die Bremsflüssigkeit schon längere Zeit nicht vollständig, also komplett, gewechselt wurde.

    Frage, hast Du schon mal an die Bremsdruckminderer im Bremssystem für die Hinterachse gedacht? Die werden allzu gerne vergessen, sofern sie ihren Dienst korrekt verrichten.

    Wenn die innenliegenden mechanischen Teile festhängen, dann geben diese den dahinter liegend erzeugten Bremsdruck nicht mehr frei und die Bremsbacken lösen nicht mehr.

    Wenn dann dieser Zustand über eine längere Zeit ansteht, dann gammeln die Bremsdruckminderer innen fest.

    Natürlich kann es auch ein aufgequollener Bremsschlauch sein, ist mir auch schon passiert, dieses Phänomen kann man bei Standardbremsschläuchen oft auch von außen erkennen, wenn der Bremsschlauchmantel aufquillt und sich eine Art Blase bildet, weil der Bremsdruck versucht seinen Weg zu finden.


    Gruß Strahli

    Die Kosten für einen neuen Tank oder die für die Anschaffung eines gebrauchten nebst seiner Aufbereitung liegen nicht weit auseinander, und wenn man lange Freude am Umbau haben will, dann kommt man an der Aufbereitung des alten Tankes kaum vorbei.


    Ich würde einen Tank mit integriertem Schlingertopf immer einem zusätzlichen Catchtank vorziehen, kenne die Probleme damit vom Golf 2, der den zusätzlichen Catchtank unterm Fahrzeugboden hat.

    Ohne zusätzliche Kraftstoffpumpe im oder am Catchtank, würde ich diesen möglichst an einer Position über dem Niveau des Motorkraftstoffaufbereitungssystems positionieren, da bliebe dann nur der Wasserkasten oder der Bereich um die Federbeindome. Zudem benötigst Du dann Rückschlagventile, um den erforderlichen Kraftstoffdruck hinter dem Catchtank aufrechterhalten zu können und um Dampfblasenbildung im Catchtank aufgrund der Hitze im Motorraum zu verhindern.

    Dieser Aufwand ist auch nicht zu vergessen.