Beiträge von Strahli

    Ich geh jetzt mal davon aus, dass man nach erfolgreicher Reparatur sein Auto vor dem weiteren Betrieb trocken gelegt hat und nicht einfach weiter fährt. Schon allein wegen der Gefahr von Schimmelbildung im Innenraum.

    Der schnellste und einfachste Weg sein Auto nach einem Wassereinbruch trocken zu legen, ist den Teppich zum Trocknen heraus zu holen oder zumindest die feuchten Bereiche mit einem Fön zu troclnen.

    Anderenfalls muss man eben Raumluftentfeuchter verwenden.

    Vollkommen richtig für Deinen Motor.

    Dein OHC-Motor hat einen Leichtmetallzylinderkopf und benötigt daher ein silikathaltiges Frostschutzmittel zum Potentialausgleich zwischen den beiden unterschiedlich geladenen Metallen.

    Solltest Du im 2. oder 3. Lehrjahr in der Materialkunde zum Periodensystem der Elemente vermittelt bekommen.

    Genau diese Unwissenheit nutzen die Hersteller aus um ihre überteuerten Produkte einer breiten Zielgruppe offerieren zu können.

    Ein Graugussmotor braucht keine silikathaltigen Lösungen, da sich der kohlenstoffreiche Grauguss durch eine besonders hohe Korrosionsbeständigkeit auszeichnet. Bei diesem Material bildet sich ausschließlich eine dünne öberflächliche Korrosionsschicht, welche sich nicht in tiefere Bereiche fortsetzt und zu Materialabtrag führt. In gusseisernen Motoren bilden sich ausschließlich Ablagerungen aus Kalk, es kommt nicht zu elektrolytischen Korrosionsprozessen aufgrund des Einsatzes von ungleichen Metallen mit unterschiedlichen elektrolytischen Potential. Daher ist ein billigeres silikatfreies Frostschutzmittel auf glykolbasis völlig ausreichend.


    Ach übrigens jedes silikathaltige moderne Frostschutzmittel ist eine anorganische Säurelösung, aber Säure greift ja "bekanntlich" die Dichtungen und Schläuche an... auf die Einwirkzeit bezogen ist jedes moderne Frostschutzmittel wesentlich aggressiver wie eine Lebensmittelsäure.


    Ist also doch Raketenwissenschaft :thumbup:

    Hier mal die Herstellerempfehlung für AG11:


    "Eine einsatzbereite Silikatlösung (anorganisch - IAT Inorganic Acid Technology) (muss nicht verdünnt werden und schützt das Kühlungssystem des Fahrzeugs bei bis zu -40°С), entwickelt für den ganzjährigen Einsatz in beliebigen modernen Kühlungssystemen, welche Kupfer-, Messing- und Aluminiumkomponenten enthalten, für die der Gebrauch von Frostschutzmitteln auf Ethylenglykolbasis empfohlen ist."


    Dies ist für OHV Motoren nicht zutreffend.

    Vollkommen richtig was Du da schreibst.

    So habe ich es vor über 30 Jahren auch noch in der Ausbildung gelernt,

    Eine Lebensmittelsäure greift keine Gummidichtungen und Schläuche an, wir spülen auch heute noch mit Zitronensäure um Ablagerungen in Flüssigkeitssystemen aufzulösen.

    Technische Säuren aus der chemischen Industrie verwendet man hier auf keinen Fall.

    Essig ist natürlich auch eine gute Möglichkeit und gibt es in jedem Discounter.

    Wir sprechen hier über einen Grauguss OHV, der benötigt kein auf Aluköpfe getrimmtes AG11. Jedes billige Glysantin aus dem Baumarkt ist heute 1000 mal besser wie das Zeug mit dem die Motoren vor 50 Jahren arbeiten mussten.

    Ich fahre in meinem 60 Jahre alten OHV seit 22 Jahren das billigste Frostschutzmittel und das billigste 15 W40 Mineralöl, dafür waren diese Motoren ausgelegt. Das moderne Zeug von heute schadet diesen Motoren eher!

    Besorg Dir fürs Spülen des Kühlsystems etwas Zitronensäure, die Du mit einer frischen Ladung Wasser für mehrere Stunden im System einwirken lässt nachdem Du den Motor hast kurz laufen lassen. Das Zeug löst alles an Ablagerungen im kompletten System.

    Danach ablassen und mit einer frischen Ladung Glysantin und Wasser bis zu einem Gefrierpunkt von -20°C auffüllen.

    Bei den alten OHV Motoren kannst Du ruhig das billigste Glysantin aus dem Baumarkt fahren, das schadet dem Motor überhaupt nicht. Die modernen Frostschutzmittel bringen bei den alten Graugussmotoren keine Vorteile und kosten nur unnötig mehr.

    Eigentlich sollte es an der Stelle keine morgendliche Feuchtigkeitsprobleme geben. Du wirst nicht drum herum kommen hier unter den Teppich schauen zu müssen, ich vermute in diesen Bereich eine Durchrostung; anders kann sich dort in dem Bereich keine Feuchtigkeit sammeln solange der Innenraum dicht und trocken ist.

    Die Wärmeentwicklung des Motors hat überhaupt nichts mit dem Stillstand zu tun, das ist eine physikalisch-chemische Größe und hängt ausschließlich mit der Wärmekapazität bei der Verbrennung (Zündfähigkeit des Kraftstoff-Luft-Gemisches), der Wärmeableitfähigkeit der Umgebung und dem vorherrschendem Luftdruck zusammen.

    Einzig entstandene Ablagerungen im Kühlkreislauf könnten hier noch die Wärmeableitung negativ beeinflussen. Ich tippe auf einen zu hohen Glykolgehalt... oft ist weniger halt mehr.