Alles anzeigenDie Firmen verkaufen nur, die stellen nichts ein. Wie auch? Ohne Motor dazu.
Es erfolgte auch früher bei den großen Vergaser Herstellern keine Einstellung am Motor selbst; obwohl diese für die Entwicklung auch im Besitz von Testmotoren ihrer Ziellieferanten waren.
Die Grundeinstellung der neu produzierten Vergaser erfolgte auf einer sogenannten Fließbank, welche eine motorenunabhängige Einstellung ermöglichte. Mit so einer Fließbank konnte der jeweilige hubraumabhängige Luftdurchsatz/ Luftstrom simuliert werden, um die Grundeinstellungen von Drosselklappen, Leerlaufsystem, Bedüsung und Beschleunigereinrichtungen vorzunehmen. Es wurde also das Ansaugverhalten wie bei einem realen Vergleichsmotor an jedem neuen Vergaser getestet und eingestellt.
Die eigentliche Einstellung erfolgt immer später am real existierenden Motor, da die Feinabstimmung unumgänglich ist, hier spielen Zustand, Alter und Verschleiß des jeweiligen Motors an dem der neue Vergaser zum Einsatz kommt mit in die Einstellung hinein.
ABER im Gegensatz zu heute, konnten damals ab Werk grundeinstellte Vergaser von Dellorto, Pierburg, Solex, Weber und wie sie alle hießen, es immer ermöglichen, dass ein Motor nach dem Tausch zumindest angesprungen ist und so auch die Feinabstimmung in jeder Werkstatt mit Abgastester möglich war.
Heute springen die Motoren nach einem Vergasertausch mit irgendwelchen Lizenznachbauten oft nicht mal mehr an und es beginnt sofort das wilde herumexperimentieren mit den Einstellungen. Es hatte seinen Grund, warum die Vergaser damals Eingriffssicherungen mit Farbmarkierungen besaßen; damals haben sich die Fachwerkstätten darauf verlassen, anhand der farblichen Markierungen auf den Eingriffssicherungen zu erkennen, wo schon was gegenüber der Werkseinstellung verändert wurde und wo nicht.