Beiträge von Strahli

    Prüf mal Deinen Zündkondensator und den Unterbrecherkontakt im Zündverteiler, oder tausche die gleich mal aus. Das sind beim OHV typische Verschleißteile, die das Zündverhalten sowie die Leistung beeinflussen. Besonders im Frühjahr und Herbst wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, verursachen die gerne Start- wie Rundlaufprobleme bei fortgeschrittenem Verschleiß.


    Was aktuelle Zündkerzen anbetrifft bin ich raus, fahre seit 1998 keinen Kadett 12S mehr; nur noch im Rekord einen 1700´er OHV und der verlangt nach alten Bosch Zündkerzen.

    Es kommt darauf an, welches Modell und somit welchen Tank Du unter Deinem Kadett hast; hier des Rätsels Lösung:


    8KraftstoffmessgerätC13N,E16NZ,C16LZ,C16NZ,18E,18SE,C18NE,C18NT,20NE,20SEH,20SER,20XE,C20NE,C20XE HATCH, CONVERTIBLE 33,34,43,44112 54 18190197962-
    9Kraftstoffmessgerät (nml. - kein Ersatzteil)18SE,C18NE,C18NT,20NE,C20NE ESTATE, VAN 35,36,37,45,46,47112 54 17090053976-
    10Kraftstoffmessgerät18SE,20NE,C20NE CARAVAN, LIEFERWAGEN 35,36,37,45,46,47112 54 21890340013-

    Moin Mario,


    die Vergaser wurden damals fortwährend weiterentwickelt und an die veränderten Kraftstoffqualitäten angepasst. Zudem wurden die Varajet Vergaser in ihrer Position zur Fahrrichtung in den unterschiedlichen Fahrzeugbaureihen auch anders ausgerichtet, im Kadett D mit OHC-Motor ist die Schwimmerkammer längs in Fahrtrichtung ausgerichtet, bei den längs verbauten CIH Motoren von Ascona B und Rekord E waren die Schwimmerkammern dagegen quer zur Fahrtrichtung ausgerichtet. Diese Ausrichtung hat natürlich auch Auswirkungen auf die Bewegungen des Kraftstoffspiegels sowie dem Schwimmer in der Schwimmerkammer.



    Der von Dir genannte Vergaser ist ein sogenanntes Replace Ersatzteil und ersetzt in seiner Funktion das damals nicht mehr verfügbare Vorgängermodell mit der Teilenummer 96002117, welches gezielt für den Ascona C optimiert wurde.

    Das Vorgängermodell 96002117 wurde beim 13S Motor bei Ascona C1, Kadett D und Manta B ab Produktionsstart in 09/1982 eingeführt; wann dieser Vergaser durch das von Dir gezeigte Modell ersetzt wurde, kann ich in meinen Unterlagen nicht finden.


    -Vergaser zsb. (für Kz: 11) (nml. - kein Ersatzteil) (Produktionsnr. 96002117) Schaltgetriebe18 25 20696002278-
    -Vergaser zsb. (für Kz: 12) (nml. - kein Ersatzteil) (Produktionsnr. 96002118) Automatikgetriebe18 25 20796002279-

    Diese von Dir als Nubbel bezeichneten Formangüsse am Gehäuse, haben meines Wissens nach keine technische Funktion im eigentlichen Sinne, sondern dienen als Abstützpunkte für das darüber liegende Luftfiltergehäuse.

    Beim 13S Motor im Kadett D befindet sich einer dieser Abstützpunkte aufgrund der gewichtsmäßige Auslenkung des Gehäusekastens oberhalb eines Schraubpunktes am Deckel des Nockenwellengehäuses; siehe Foto, gibt es hier am dazugehörigen Luftfiltergehäuse auch einen passenden Gegenpol zu diesem Abstützpunkt. Prüf das mal in Verbindung zum Gehäuse bei Deinem Ascona C. Man hat damit versucht, die Gehäuse an die Bewegungen des Motors anzupassen, damit diese infolge von Resonanzen kein Eigenleben bei den Vibrationen anfangen.



    Diese weißlichen Ablagerungen sind Aluminiumoxid und somit Korrosionsrückstände, welche in Bezug auf die Schwimmerkammer beim Betrieb durch den Kraftstoff chemisch gelöst werden und dann auch die Düsen zusetzen können.

    Bei Einlagerung von Vergasern müssen diese chemisch rein und trocken sein, und sollten definitiv mit WD40 gegen Korrosion geschützt werden.

    Die Kennzeichnung NIC ist nicht immer auf den Vergaserdeckeln zu finden, warum auch immer entzieht sich meiner Kenntnis, sollte aber auf der Oberseite der Drosselklappeneinheit an einer der Anschraubbohrungen zum Ansaugkrümmer eingeprägt sein.

    Jepp, genau das.

    Ich fahre auch ein umgebautes späteres Varajet Vergaser Modell auf meinem frühen 13S Motor. Auf meinem Motor, der weit vor der Motornummer 13S-868289 liegt, gehört eigentlich die Vergaser Kennnummer 14 mit der Teilenr. GM 825198/ 96010017, verbaut habe ich aber einen von mir konfigurierten Vergaser der Kennnummer 24 mit der Teilenr. 825150/ GM 96002017.

    Wenn der Vergaser trocken und vor Feuchtigkeit geschützt gelagert wurde und sich auch noch in der originalen Transportfolie befindet, dann kannst Du den Vergaser beruhigt einbauen. Die Papierdichtungen sind hier unbedenklich, einzig zwei O-Ringe und die Gummimanschette der Beschleunigerpumpe altern mit der Zeit, aber auch vornehmlich bei im Betrieb befindlichen Vergasern.

    Sollte der Vergaser offen gelagert worden und der Luftfeuchtigkeit ausgesetzt gewesen sein, so kann es im Inneren der Schwimmerkammer zu Korrosionsbildung kommen; dass erkennt man dann aber auch ebenfalls am Äußeren Erscheinungsbild.


    Der in Deinem Bild zu sehende Vergaser sieht für mich aber eher unbedenklich aus, den würde ich ohne diesen zu öffnen selbst verbauen und auf den ersten Kilometern überprüfen, ob die Schwimmerkammer dicht ist.

    Sollte die Manschette des Beschleunigerpumpenkolbens undicht/ verhärtet sein, dann merkst Du das bei der Gasannahme und kannst diese später immer noch tauschen; dafür muss der Vergaser nicht zwangsläufig ausgebaut werden.

    Die Funktion der Unterdruckdose kannst Du mit jeder x-beliebigen Unterdruckpumpe testen, ist kein Hexenwerk.

    Also der NIC Kennzeichnung sollten eigentlich alle Ascona C und Kadett D Vergaser entsprechen, das alte Leerlaufsystem ohne NIC kenne ich nur von den frühen Varajet Vergasern, wie sie bei den 2 Liter Motoren von Ascona B und Rekord E1 verbaut waren.

    Die Vergaserdeckel mit NIC-Leerlaufsystem passen hier dann natürlich nicht auf die frühen Vergaser ohne NIC Kennzeichnung.


    Aber selbst bei meinem alten ehemaligen Vergaser GM 96010017 mit Kennnummer 14 (Baujahr Ende 1980), ist bereits das neuere NIC-System vorhanden; und dass sollte auch so bei Deinem Ascona sein.

    Habe die unterschiedlichen Drosselklappen vom "Kadett" noch nie zerlegt, da ich noch immer ausreichend Ersatz habe. Diese unterscheiden sich beim Kadett jedenfalls in Derivate mit und ohne Anschlussstücke für die Kühlwasservorwärmung.

    Das Dämpfungsventil sollte man immer nachrüsten, dass verbessert auf alle Fälle das Ansprechverhalten beim Beschleunigen im Übergangsbereich.


    Dämpfungsventil für Varajet Vergaser Ascona 1.3S
    Kadett D 1.3S
    Manta 1.3S
    831790 / GM 96009298

    N´abend Mario,


    der von Dir erworbene Vergaser für einen Kadett D ist auch für die Ascona C1 Modelle passend.


    Vergaser Varajet 25K4 mit Startautomatik Ascona C 1,3 S / MT ab Bj. 08/81
    Kadett D 1.3 S für Schaltgetriebe
    bis Motornummer 13S-868289
    Opel 825198 / GM 96002017


    Beide Drosselklappeneinheiten sind bei der jeweiligen Vergaser Kennnummer passend, sofern der Vergaserdeckel der selben Kennnummer entspricht.


    Drosselklappenteil Vergaser Varajet Kennnr. 24 Kadett D 1.3 S bis F-Nr. 868289 Opel 825367 / GM 96002218
    Drosselklappenteil Vergaser Varajet Kennnr. 14 Kadett D 1.3 S Opel 825368 / GM 96002297


    Auch die Vergaserdeckel sind untereinander austauschbar.


    Vergaserdeckel Vergaser Varajet Kennnr. 14 Kadett D 1.3 S bis F-Datum 17L0 Opel 829669 / GM 96009233
    Vergaserdeckel Vergaser Varajet Kennnr. 24 Ascona C 1,3S
    Kadett D 1,3S
    Opel 829688 / GM 96002200

    Auf Deinem geteilten Foto ist die Unterdruckdose falsch angeschlossen!!!

    Der Schlauch zur Unterdruckdose mit der Zugstange geht immer an die Drosselklappeneinheit, der zum Zündverteiler an das Schwimmergehäuse; dass ist auch beim Kadett D nicht anders.


    Unterdruckdose Metallgehäuse
    mit Zugstange
    Varajet Vergaser Kenn-Nr. 14
    Varajet Vergaser 1,3S - 2,0N / S Opel 831732 / GM 96007236
    Unterdruckdose mit Zugstange
    Varajet Vergaser

    Ascona C
    Kadett D / E 1,3S mit Automatikgetriebe
    Opel 831743 / GM 96002289
    ersetzt aus 831739
    Unterdruckdose Kunststoffgehäuse
    mit Zugstange
    Varajet Vergaser Kenn-Nr. 24
    Ascona C mit
    Varajet Vergaser 1,3S - 1,6S
    Opel 831744 / GM 96002283


    Anschluss Unterdruckdose


    Anschluss Unterdruckdose am Zündverteiler


    Anschluss in Richtung Luftfilterkasten


    Auch das ist vollkommen normal, alle frühen Varajet Vergaser haben keine Drosselklappenvorwärmung über den Motorkühlkreislauf, diese Optimierung wurde bei Opel erst ab den Werksferien August 1981 eingeführt, um die Probleme mit der Vergaservereisung in der kalten feuchten Jahreszeit in den Griff zu bekommen.

    Alle später produzierten Drosselklappeneinheiten besitzen die Schlauchanschlüsse, egal ob der Motor die Vorrüstung dafür besitzt oder nicht; es wurden später einfach keine Drosselklappeneinheiten mehr ohne diese Schlauchanschlüsse gefertigt.

    Natürlich kann das Steuergerät einen Weg haben, so etwas geht sogar sehr schnell. Die Steuergeräte sind sehr empfindlich gegenüber Spannungsspitzen und Massefehlern; besonders wenn der Massekontakt in Richtung Steuergerät nicht gegeben ist, dann fließt der Strom über das Steuergerät und grillt die Elektronik.

    Der Regelweg ist aber immer mit der Prüfung der Funktion des Poti´s zu beginnen, bevor man mit dem Kabelbaum und zum Schluss mit dem Steuergerät weitermacht. Wenn das Poti falsche Werte ans Steuergerät meldet, dann ist es logisch, dass auch das Steuergerät seinerseits falsche Regelsignale ausgibt.

    Bei der originalen Kraftstoffpumpe kommt keine dünne Papierdichtung zum Einsatz, da ist die dicke Dichtung vollkommen richtig. Mit der dünnen Papierdichtung liegt die Membranbewegung außerhalb des Arbeitshubes und die Pumpe fördert zu wenig Kraftstoff.

    Ich glaube nicht, dass zu wenig Kraftstoff am Vergaser ankommt. Sofern die Pumpe die Richtige ist und diese anständig fördert, dann kommt mehr als genug Kraftstoff am Vergaser an wie dieser jemals verbrauchen kann. Da Du schreibst, dass die Pumpe neu ist, gehe ich davon aus, dass die Förderleistung der Pumpe geprüft und die Peripherie am Einbauort auf Schäden untersucht wurde. Eine neue Pumpe aus altem Lagerbestand muss nicht zwingend fehlerfrei arbeiten! Wurde das geprüft?

    Prüf die Schlauchverbinder und die Kraftstoffleitungen, schau ob der Gummi der Schlauchleitungen rissig oder aufgequollen weich ist. Danach trenn die Zulaufleitung vom Vergaser und prüf die Fördermenge im Äquivalent von zum Beispiel 20, 30 oder 60 sec. und rechne es auf die Förderleistung der Pumpe in Stunden um.

    Die Kraftstoffpumpen für die Opel 2EE Vergasermotoren haben einen statischen Druck von 0,27 - 0,38 bar und einen Volumenstrom von ca. 70 Litern je Stunde bei einem Betriebsdruck 0,1 bar.

    Wenn Leistung fehlt, wie macht sich das bemerkbar?

    Prinzipiell wird beim 2EE die Leistung, sprich die Gemischanreicherung, über die Luftklappe oben am Vergaser gesteuert, und diese erhält ihre Befehle/ Signale über das mit der Drosselklappe verbundene Drosselklappenpotentiometer. Sobald Gas gegeben wird, öffnet sich die Drosselklappe der 1. Stufe unten am Vergaser und das Potentiometer, welches über die Drosselklappenwelle mit der Drosselklappe verbunden ist, meldet die Stellung der Drosselklappe an das Motorsteuergerät, welches seinerseits dann das Signal zum Ansteuern und Öffnen an die Luftklappe weitergibt.

    Wenn der Vergaser auf Rechnung überholt wurde, dann zurück damit, beanstanden und auf Nachbesserung pochen.

    Das von Dir beschriebene Problem mit dem Leistungsverlust muss nicht zwangsläufig mit einer Undichtigkeit zu tun haben, oder hast Du eine Leckage identifizieren können?

    Der Kraftstoffdruck in der Zulaufleitung ist bei einem Vergaser im Gegensatz zu einer Einspritzanlage wesentlich niedriger, von daher würdest Du einen minimalen Kraftstoffverlust wohl kaum bemerken; wahrscheinlich nicht mal geruchsmäßig wahrnehmen, dafür müsste schon wesentlich mehr Kraftstoff austreten. Ein Fahrzeug mit Vergasermotor riecht schließlich bauartbedingt immer leicht nach Kraftstoff, da es sich aufgrund der Schwimmerkammerentlüftung um ein offenes Kraftstoffversorgungssystem handelt.

    Ein Leistungsverlust kann auch mit falsch eingestellten Drosselklappen zusammenhängen; z.B. wenn die Drosselklappen der 1. Stufe und 2. Stufe nicht vollständig öffnen, die Grundeinstellung der 2. Stufe nicht korrekt ist oder das Niveau in der Schwimmerkammer aufgrund falscher Schwimmereinstellung zu niedrig ist.

    Auch kann die Unterdruckdose für die 2. Stufe defekt sein und schlussendlich das Drosselklappenpotentiometer defekt oder falsche Werte ans Steuergerät melden.

    Frag beim Instandsetzer nach, ob der überholte Vergaser nach der Überholung eine Grundeinstellung erhalten hat und die Funktion getestet wurde; die Störungen können mannigfaltig sein.