Beiträge von Strahli

    Das sind gravierende Instandsetzungsfehler und -mängel, ich würde hier das Gespräch mit dem Werkstattleiter suchen und Nachbesserung sowie Schadenersatz verlangen. Sollte sich der Inhaber nicht darauf einlassen, so wäre mein nächster Gang zum Rechtsbeistand.

    Eine Fachwerkstatt ist mit der Arbeitsausführung eine vertragliche Vereinbarung mit dem Kunden eingegangen und muss entsprechend dieser Vereinbarung eine fehlerfreie wie auch qualitativ sachgerechte Ausführung aller Arbeiten sicherstellen. Ist die Arbeitsausführung mangelhaft oder sind bei dieser infolge der ausgeführten Arbeiten Schäden, auch Folgeschäden, entstanden, so hat der Fachbetrieb vollumfänglich für diese Schäden zu haften.

    Aufgrund der Menge der Fehler bei der Arbeitsausführung, kann der Kunde infolge des Vertrauensverlustes gegenüber dem Vertragspartner eine andere Werkstatt für die Beseitigung der Mängel beauftragen. Dieses Procedere funktioniert aber nur, wenn man einen anwaltlichen Beistand einschaltet und seine Ansprüche durchsetzt.


    Dies haben wir so bereits bei einem Schaden an einem Wagen meines Vaters in den 90´er Jahren erfolgreich durchgesetzt

    Der Omega A meines Vaters hat aufgrund einer fehlenden Sicherungsschraube an einem Traggelenk zwischen Querlenker und Federbein mal die Grätsche gemacht, nachdem das Federbein aus dem Traggelenk rutschte als er auf dem Campingplatz den Caravan rückwärts einparken wollte. Das Schlimme dabei war nur, dass mein Vater zu diesem Zeitpunkt bereits mehr wie 900 km Autobahnfahrt nach Österreich hinter sich hatte; nicht auszudenken was passiert wäre, wenn dies bei Tempo 100 km/h auf der Autobahn passiert wäre. Die Schraube hatte die Werkstatt nachweislich vergessen, als mein Vater den Wagen Tags zuvor zum Stoßdämpfertausch in der Werkstatt hatte.

    klasse Bilder, dann bleibt ja nur noch für TÜV und H-Abnahme alles Gute zu wünschen.

    Wird schon schief gehen, da mach ich mir keine Sorgen so gut wie Dein Kadett da steht :thumbup:

    Hallo JuppesSchmiede ,


    die Frage von Andreas war doch eindeutig darauf bezogen, ob "Opel damals so große Toleranzen" hatte und einzig auf diese Frage bezieht sich meine Antwort. Ich möchte hier weder die Fähigkeiten noch die Arbeiten anderer in Frage stellen, was ich mir selbst nie anmaßen würde, da ich was Karosseriearbeiten anbetrifft eh zwei linke Hände habe und hier auf Hilfe angewiesen bin.

    Herstellertoleranzen bei den Spaltmaßen im Bereich bis zu 8 mm waren bis Ende der 80´er Jahre bei nahezu allen Herstellern vollkommen üblich und völlig normal, so wurden auch die Karosserieinstandsetzung bis in die 80´er Jahre ausgeführt.


    Ich hoffe mit meinem Hinweis kommen wir überein.


    Gruß Strahli

    Ja Du hast Recht, am Spaltmaß erkennt man einen guten Karosseriebauer, aber bei Opel am Band haben bis in die 80´er Jahre selten Karosseriebauer gearbeitet, sondern oftmals nur angelernte Arbeitskräfte. Die Fachkräfte hat Opel in anderen Bereichen eingesetzt.

    Auch wurden am Band niemals Spaltmaße durch Aufzinnen oder Aufschweißen ausgeglichen, der zeitliche Aufwand hätte die ganze Fertigungsstraße zum Erliegen gebracht. Ich kenne es von Ford in Köln, dort wurden auffällige Karosserien aus dem Fertigungsprozess gezogen, einer Ursachenforschung unterzogen und anschließend in den meisten Fällen verschrottet. Die Nacharbeit wäre ein vielfaches teurer geworden.

    Wir können hier wirklich nur von einem guten Karosseriebauer sprechen, wenn dieser bereit war an seiner vollständig restaurierten Karosserie keinen Aufwand und keine Mühen gescheut zu haben, die qualitativen Makel an einem "Fahrzeug aus der Großserienproduktion" auszumerzen.


    Schau Dir Mal die qualitativen Unterschiede der Spaltmaße zwischen einem Audi 80 B2 und denen des Audi 80 B3 an, beides Fahrzeuge aus den 80´er Jahren, und trotzdem liegen zwischen den Qualitäten der Spaltmaße beider Modelle extreme Welten. Dies hängt maßgeblich mit der fortschreitenden Technisierung der Fertigungsstraßen und der Erhöhung der Qualifikationsstandards der Mitarbeiterbelegschaft zusammen.


    Wenn ich mir die Spaltmaße an meinem Kadett D oder Golf 2 anschaue, so sitzt dort kein einziges Karosserieteil vollkommen symmetrisch in Position, und beide Fahrzeuge sind noch vollkommen unberührt und unfallfrei im Auslieferungszustand; was ich dennoch als erhaltenswürdig ansehe. Mein Quattro Coupe von ´94 spielt spaltmaßtechnisch da bereits in einer ganz anderen Liga; dort sind die Spaltmaße im Gegensatz zum Kadett und Golf von 5 bis 6 mm auf nur noch 2 bis 3 mm geschrumpft.

    Eigentlich sollten die Haken Bestandteil des Zugbandes sein, so habe ich es hier jedenfalls noch liegen.

    Noch einzelne Haken zu bekommen wird eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

    Solche Kleinteile haben die Opel Händler seinerzeit gnadenlos entsorgt, weil es damals keine Nachfrage dafür gab.


    Da wirst Du wohl oder übel auf ein Gebrauchtteil aus unserer Runde hoffen müssen.

    Guten Abend Phil,


    willkommen im Forum. Bevor Du Dir Gedanken über eine Lackierung machst, solltest Du die vorbereitenden Arbeiten am Blech unterhalb des Lackes in Angriff nehmen, da Du ansonsten nicht lange Freude am neuen Lackkleid haben wirst.

    Wenn Du die Blecharbeiten nicht selbst erledigen kannst, dann schlagen diese beim Kadetten auch schnell mal genauso hoch auf die Kosten wie die Lackierarbeiten selbst. Einer meiner Freunde ist gelernter Lackierer und er würde so einen Auftrag nicht ohne vorher erfolgte Blecharbeiten annehmen, da er zwar den Rost schnell und einfach retuschieren kann, aber mit so einer billigen Retusche kein sauberes Ergebnis erzielen kann. Zudem ist ein gutes Ergebnis nicht nur eine Freude für den Kunden, sondern auch ein Markenzeichen des Ausführenden und wichtig für seinen eigenen Ruf.

    Für eine qualitativ gute Außenlackierung im Sichtbereich und vom Fachmann mußt Du heute schon mit um die 2000,-EUR rechnen. Gehst Du dann auch noch in eine entsprechende Fachwerkstatt, wird die Sache gleich noch doppelt so teuer.

    Den Preis kannst Du nur durch entsprechende in Eigenregie geleistete Vorarbeiten minimieren, sofern hier für den Lacker nicht noch zusätzlicher Aufwand entsteht und er die ausgeführten Vorarbeiten korrigieren muss. Denn halbherzige Vorarbeiten werden nach dem Lackieren erst recht zum Vorschein kommen, hier straft sich dann die mangelnde Sorgfalt.


    Gruß Strahli

    klasse Einwurf, gefällt mir :thumbup:


    Aber Du hast recht, das Thema der Spaltmasse ist bei unseren alten Kisten völlig überbewertet, die waren früher wirklich so stark voneinander abweichend. Damals mussten die Türen am Fertigungsband noch ausgerichtet werden, nicht wie heute wo die Türen von Robotern angereicht und verschraubt werden.

    Ich kenne es noch, dass man Ausgleichsplatten unter Scharniere und Schließzapfen legte, um Spaltmassunterschiede auszugleichen und die Schliesseigenschaften der Schlösser zu verbessern.