Springt schlecht an und geht dann fast aus

  • #1

    Hallo liebes Forum,


    mein kleiner Kadett C Caravan 1974 mit 1,2 Litern hat folgendes Problem:


    Wenn ich ihm im kalten Zustand starte (dabei ist es irrelevant ob mit oder ohne Chocke) leiert er ewig bis er anspringt. Bevor er dann entgültig startet, versucht er auch immer mal wieder kurz anzuspringen, bis er es irgendwann schaft.


    Das Problem kommt auch vor wenn es jetzt draussen z.b. schon 10 Grad hat, ich als Halb-Laie vermute eher mal das er am Anfang zu wenig Sprit oder zuviel Luft bekommt ?( Das Problem bestand vor der Winterpause nicht.


    Es geht aber noch weiter: Wenn er dann läuft und ich das Gas ein wenig zu schnell durchtrete, geht er mir aus, säuft quasi ab. Das Spielchen macht er 1-2 mal und dann läuft er wie ne Eins.


    Jetzt ist die Frage, liegt das an der Benzinpumpe, oder an der Einstellung des Vergasers?


    Ich freue mich schon auf hilfreiche Kommentare :)

  • #5

    @Strahli


    schaue ich nachher gleich mal nach, Bild folgt! Wäre die Unterdruckfunktion evtl. einstelltechnisch zu berichtigen?


    So hier jetzt die Bilder und die Bezeichnung


    SOLEX 30 / 35 PCS


    Typenschild: 3441815




    @gambla


    Habe ihn letztes Jahr von einem Ehemaligen Werkstattmeister gekauft, ich selber habe noch keine größere Wartung am Fahrzeug gemacht, aber wie gesagt, letztes Jahr vor dem Winter eingemottet, da sprang er ohne Probleme an (das Problem mit dem ausgehen beim Gasgeben hatte er auch da schon) und jetzt nach der Winterpause das Problem beim Start.

  • #7

    Also ich kenne das selbst nach längerer Standzeit. Der Sprit im Vergaser ist weniger geworden und nicht mehr sehr zündwillig. Die niedrig siedenden Bestandteile des Benzins haben sich verflüchtigt. Die Benzinpumpe fördert bei Anlassdrehzahl nicht so viel, dass der Vergaser in 2...3 Sekunden neu gefüllt wird.


    Meine Lösung: Eine kleine Menge frisches Benzin in den Vergaser - ich nehme Reinigungsbenzin, weil das nicht stinkt - und der Motor startet sofort. Schont die Batterie und den Anlasser.

  • #9

    Du fährst einen 12N mit 53PS mit 30 PDSI Solex Vergaser.
    Der Vergaser hat mehrere Düsensysteme, die je
    nach Drosselklappenstellung und Unterdruck einsetzen und das, für den jeweiligen Betriebsbereich, passende Gemisch bilden. Entweder hat sich eines der Leerlaufdüsensysteme mit Ablagerungen zugesetzt, wovon ich aufgrund Deines Hinweises ausgehe, oder Dein Motor zieht aufgrund einer defekten Dichtung im Ansaugtrakt zu viel Nebenluft, was den Unterdruck im Ansaugkrümmer schwächt und das Kraftstoff-Luft-Gemisch in der Startphase zu stark abmagern lässt.
    Während der Kaltstartphase herrscht im Leerlauf bei geschlossener Drosselklappe der höchste Unterdruck im Ansaugtrakt, weshalb in dieser Phase bei einer defekten Ansaugkrümmerdichtung auch die meiste Nebenluft gezogen werden kann. Bei warmen Motor dehnen sich die umliegenden Teile aus und minimieren so den Eintritt von Nebenluft, zudem ist der Einfluss dieser beim betriebswarmen Motor wesentlich geringer.


    Um das schlechte Kaltstartverhalten aufgrund fehlender Kraftstoffvorlage in der Schwimmerkammer zurückzuführen, weil die Pumpleistung bei der Starterdrehzahl niedriger ist, kann man dieses bei einem Kaltstartversuch mit etwas "Startpilot" testen. Einfach "einmalig" kurz in den Ansaugstutzen des Luftfiltergehäuses einsprühen und starten. Der Motor sollte dann umgehend anspringen und ohne Probleme infolge der höheren Drehzahl anstandslos durchlaufen.


    Geht der Motor weiterhin aus, so ist die Umgemischdüse zu prüfen und zu reinigen.

  • #11

    Wie weit bist du denn nach der Winterpause schon damit gefahren? Die erste Tankfüllung bocken die Autos ohnehin meist ein wenig nach dem Winter, da sich der Kraftstoff schon binnen weniger Monate zersetzen kann.Und der Bioanteil (Super ist ja auch E5) sorgt dafür, dass der Sprit weit mehr Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft zieht, als früher, besoppnders wenn das Auto nicht vollgetankt ist. Ich würde mal die erste Tankfüllung verfahren, evtl. ist es damit schon wieder gut. Ich hatte nach dem Auswintern früher auch öfter Probleme mit dem Starten und massiven Leistungsmangel, bis ich mir angewöhnt habe die Autos mit V-Power (100 Oktan) vollzutanken. Zumindest in Österreich ist der Shell V-Power ohne Bioanteil. Seitdem habe ich keine anfangs hängenden Tankgeber oder Minderleistung durch zersetzten Kraftstoof nach der Winterpause mehr.

  • #14

    Ich würde ihn zuerst so leer wie möglich fahren, evtl. sogar einen Reservekanister mitnehmen und ganz leer fahren, der Kadett verzeiht das, vergiss dann aber nicht einen kleinen Schluck in den vergaser zu kippen, dass er schneller wieder kommt.
    Falschluft wäre möglich, aber eben auch verlegte Düsen. Stirbt er bei voll gezogenem Choke, oder ohne Chooke fast ab? Bei vollgezogenem Choke könnte ein zu geringer Starterklappenspalt schuld sein.

  • #15

    Sowohl als auch habe es schon mit voll und halbgezogenen sowie nachdem ich den Chocke wieder ganz eingeschoben habe versucht das Bild ist immer dasselbe. Komisch ist auch das ich beim Rückwärtsfahren eigentlich keine Probleme habe bzw. Wenn ich vom Hof fahre. Erst wenn ich dann richtig losfahren will und Gas gebe (natürlich nicht Vollgas) stirbt er ab. Wenn ich ihn dann neu starte dann zieht er entweder sofort an oder das ganze wiederholt sich nochmal. Danach läuft er wenn auch die ersten 1-2 Minuten Recht ruckelig. Und wenn er dann "warm" ist läuft er wie ne eins und startet auch sofort beim Schlüssel umdrehen.


    Ich hab auch das Gefühl das wenn ich in eine scharfe Kurve fahre er auch kurz Mal nen "Aussetzer" hat was ja für zu wenig Sprit sprechen würde.

  • #16

    Das klingt als würde er zu mager laufen, was eben auch vom "alten" Sprit kommen kann. Die Hängende Tankanzeige ist eben auch so ein Symptom. Riskiere es wirklich mal den Tank komplett leer zu fahren und dann wieder voolzutanken, wenn das nicht hilft, kannst du dich noch immer auf eine weitere Fehlersuche machen.

  • #18

    Das Funktionsprimzip erkennst du hier am originalen Blatt des Werkstättenhandbuches. Im Prinzip ist der Widerstand entscheidend, der sich mit der Stellung des Schwimmers ändert. Hast du jetzt eine Rost-/Oxidschicht dazwischen kann es passieren, dass der Widerstand zu groß ist, bzw kein Durchgang mehr ist. Mist ist diese Schicht durch mehrmalige Bewegung des Schwimmers weg, sprich nach dem 1. Mal Leerfahren und wieder Tanken könnte alles wieder funktionieren, war bei mir zumindest 2Mal so.
    Warum oxidirt der Bereich: Der gezeigte hintere Bereich ist im Tank im Sprit, wenn da zuviel Feuchtig ist, gibt es Korrosion/Oxidation.
    Leider habe ich derzeit keinen defekten Tankgeber herumliegen, den ich zerlegen könnte, um dir das Übel zu zeigen.

  • #19

    ... Erst wenn ich dann richtig losfahren will und Gas gebe (natürlich nicht Vollgas) stirbt er ab. Wenn ich ihn dann neu starte dann zieht er entweder sofort an oder das ganze wiederholt sich nochmal. Danach läuft er wenn auch die ersten 1-2 Minuten Recht ruckelig. Und wenn er dann "warm" ist läuft er wie ne eins und startet auch sofort beim Schlüssel umdrehen.


    Ich hab auch das Gefühl das wenn ich in eine scharfe Kurve fahre er auch kurz Mal nen "Aussetzer" hat was ja für zu wenig Sprit sprechen würde.

    anbei ein PDF zum Auszug aus meinem Werkstatthandbuch vom Kadett D zum PDSI Vergaser.
    Bei "Übergang beim Beschleunigen/ Ruckeln/ Aussetzer" schauen. Es kann auch sein das die Membrane der Beschleunigerpumpe verschlissen ist und er dann beim Gasgeben im Teillastbereich zu wenig Sprit bekommt, was die Zündfähigkeit des Gemisches beim Erhöhen der Drehzahl reduziert, weil es schlichtweg zu mager ist.
    Aussetzer bei schnell durchfahrenen Kurven deuten auf einen zu niedrigen Kraftstoffstand in der Vorlage der Schwimmerkammer, entweder ist die Feder des Nadelventils verschlissen oder das Ventil hängt.

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