Kadett D vs. Kadett E

  • #1

    Hallo Forengemeinde!


    Mich interessiert seit langem eines brennend, da ich selber seit 2004 Kadett E fahre:


    Welcher Kadett war besser verarbeitet, rostet im Vergleich weniger und und und?


    Eine Auflistung unter den Modellen, was besser oder schlechter war, würde mich sehr interessieren!

    Auch im Vergleich der Baujahre der einzelnen Modelle.


    Habe selber z.B. einen 06/1986er Kadett E und mir wurde schon öfter gegenüber erwähnt, dass das Modelljahr 1986 qualitativ das beste war beim E!?


    Was stimmt an solchen Mythen?


    Was haben denn die ganz alten Hasen und Experten zu berichten?

  • #2

    Mein Eindruck in Kurzform.


    Innenraum beide halt nicht die hochwertigsten Materialien (bitte nicht mit einem heutigen Audi oder BMW vergleichen), Klappergeräusche, Oberflächenbeschaffenheit usw. sind halt nicht so toll.

    Ergonomie und Übersichtlichkeit finde ich beim D besser, auch der große Innenraum punktet hier ganz klar.

    Die Robustheit der Sitzflächen und Lehnen beim D sind auch etwas besser (abgesehen die Wangen der Sportsitze bei beiden Typen, da zieht man halt gerne seinen Popo drüber, dementsprechend Abrieb und Beschädigungen), aber allgemein hat Opel immer ganz gute Stühle hergestellt.


    Technik ganz klar der E, vor allem mit Einzug der Multec und Motronic sowie Transistorzündanlagen, deutlich zuverlässiger, wenn auch nicht perfekt.

    Auch die Elektrik ist beim E ein Quantensprung, z.B. korridierte Leiterplatten der Heckleuchten mit Masseschluß sind hier ausgemerzt worden.

    Scheinwerfer waren beim D auch eine Zeitlang mit Feuchtigkeitsproblemen, ist beim E selten.

    Getriebe sind bei Opel sowieso in der Regel außen vor, wenn man es nicht übertreibt, halten die eigentlich sehr lange.

    Klar, Servolenkung beim E, ist halt Luxus, aber sehr angenehm.


    Tja, Karosserie, beide haben vergleichbare Schwachstellen wie Schweller, Radläufe, Endspitzen usw., halt alles, was untenrum im Spritzwasserbereich liegt.

    Allerdings hat das Ei (Kadett-E) in einem Korrosionspunkt einen Quantensprung gemacht gegenüber dem D, die Federbeindome bzw. die Verbindung zwischen A-Säule und Radkasten, da sind die deutlich besser, auch die Bremsleitungen (ich erinnere mich mit Grauen an den D in meiner Lehrzeit, Bremsleitungen ohne Ende gemacht).

    Dafür fing es beim E an, ständig Dachhimmel auszutauschen, weil die immer zu kurz waren, gab es beim D nicht.

    Zu den Modellen beim E, ich würde sagen, qualitativ sind die Modelle ab Fahrgestellnummer (Facelift) etwas besser, Cabrio dürfte sogar am besten sein (natürlich, die rosten auch irgendwann).

    Beim D, mmhhh, gab es in dem Sinne kein Facelift, die Produktion war eigentlich 5 Jahre lang gleichbleibend.


    Motortechnisch würde ich in jedem Fall beim E den 1.6i (egal, ob als LZ oder NZ) favorisieren, da erstens ein Freiläufer und zweitens mit der wirklich guten Multec sparsam und ausreichend Kraft, zudem schon zuverlässig.

    Allerdings ist der 2.0i auch eine wirklich gute Kombination, klasse Motor, aber seltener.

    Beim D den 1.3s oder 1.6S, GTE ist ein anderes Thema, da zu selten.

    Diesel, nun ja, läuft ewig, aber Spaßfaktor 5-.

    Automatik würde ich in keinem Modell haben wollen, ist zwar recht robust, vermiest mir persönlich aber den Fahrspaß.


    So mal mein Eindruck.

    93er Vectra-A 2.0i Automatik

    92er Vectra-A 2.0i 16V 4x4

    89er Kadett-E 2.0 GSi 16V

    05er Astra-H 2.0 Turbo Caravan

  • #3

    Das ist doch schonmal etwas!

    Und ein paar "für mich" neue Infos waren auch dabei.


    Und ich finde gut, dass du auch den C16LZ/NZ lobst. Ich finde die Multec-Motoren auch sehr gut, aufgrund ihrer Einfachheit und Robustheit.


    Mich stören beim Kadett E

    in erster Linie die dünnen und nicht ausgeformten Türpappen, So wie beim Vorfacelift-Fünftürer die Überbreiten Holmverkleidungen.


    Ich finde es bei beiden Modellen Schade, dass nicht wie beim Ascona C ein Fahrschemel oder wenigstens ein Teilfahrschemel verbaut wurden, womit das manchmal schwabbelige Gefühl der Vorderachse eliminiert worden wäre.

  • #5

    Die Multec sind allgemein wirklich gut mit wenigen Problemen, die Zündverteiler mal abgesehen, wenn sie nicht von Bosch waren, aber das war auch nur ein Korrosionsproblem.

    Vor allem war es das erste "selbstlernende Zentral-Einspritzsystem", was sich den Veränderungen eines Motorlebens anpasste, damals ultramodern.


    Zu den Türpappen, das kam erst mit dem Astra, da war der Golf II sicherlich schon ein Stück weiter, aber die breiten Säulen hinten sind auch hauptsächlich der sehr runden Karosserieform geschuldet.

    Dafür gab es aber für die damalige Zeit einen sehr guten CW-Wert, der den Kadett nicht nur sparsam, sondern auch schneller machte.

    Und, was mir beim E als CC (egal, ob drei- oder Fünftürer) immer sehr positiv aufgefallen ist, im Regen kenne ich kein Auto, was so wenig den Heckwischer braucht wie der Kadett, sehr gut gelöst worden.


    Mit dem Fahrschemel kann ich mich nur bedingt anschließen.

    Sicherlich war das Fahrwerk einfacher Machart, aber bei 900-1000kg Gewicht völlig ausreichend.

    Mein Ascona-C (ehemaliges Zivilfahrzeug der Hessischen Polizei) war da gefühlt auch nicht besser:



    Dafür hat der deutlich weniger gerostet als der Kadett.

    93er Vectra-A 2.0i Automatik

    92er Vectra-A 2.0i 16V 4x4

    89er Kadett-E 2.0 GSi 16V

    05er Astra-H 2.0 Turbo Caravan

  • #6

    Die Multec sind allgemein wirklich gut mit wenigen Problemen, die Zündverteiler mal abgesehen, wenn sie nicht von Bosch waren, aber das war auch nur ein Korrosionsproblem.

    Vor allem war es das erste "selbstlernende Zentral-Einspritzsystem", was sich den Veränderungen eines Motorlebens anpasste, damals ultramodern.

    Meine Erfahrung in neun Jahren: Zündverteilerproblem mit minimalem Aufwand dauerhaft gelöst, Motorsteuergerät 2x defekt. Damals bekam man noch für 5-10 Euro Ersatz dafür bei eBay, heute wohl nicht mehr. Und wenn das Ding muckt, ist es auch nicht immer offensichtlich, woran es genau liegt. Unzählige Threads in Foren bestätigen das.

  • #7

    Einen Ascona C hatte ich damals auch als CC 16N mit großem Fahrschemel und ich fand, dass der vorne schon stabiler war von den Verwindungen her.


    Interessant wäre noch zu wissen, warum die Form der Federn geändert wurde und die Döme vorne anders wurden zum E hin?

  • #8

    Die Vorderachskonstruktion mit Achsschenkeln, Federn und Lenkgetriebe wurde geändert um den Lenkrollenradius zu verbessern und somit den Wenderadius sowie das gesamte Lenkverhalten zu optimieren. Die D Modelle bis Fahrgestellnummer haben ein wesentlich schlechteres Lenkverhalten und neigen dazu gefühlt über die Vorderachse zu schieben.

    Ab Fahrgestellnummer wurde die gesamte Lenkgeometrie überarbeitet. Diese Anpassung erfolgte im Rahmen der D Serie, beim Übergang zum E wurden dann noch die Domlager und Spurstangen überarbeitet.

  • #12

    Hallo.

    Beim D rostete es sogar bis zum Dach innen,weil dort blankes Blech war.

    Keine Grundierung nix war dort, beim E war es noch Schlimmer da waren nach vier Jahren die Schweller durch.

    Sagten mir viele Schlosser, mein Bruder hatte zwei E gehabt und hatte nach kurzer Zeit beide Schweller durch.

    Die waren gebraucht die hatte er mit drei Jahren auf dem Buckel gekauft.

    Die wurden beim Foh zu Tode gebraten.

    Gruß

    red-d

  • #17

    Hallo.

    Bei meinem D sieht es so aus als ob die Karosserie durch einen Sprühnebel gelaufen ist.

    Und die Sprühdüsen nicht alles getroffen hatten.

    Tauch Bad ist echt gut dann hätten sie nicht so gerostet.

    Gruß

    red-d

  • #18

    Weiß eigentlich jemand, wo der cW-Wert vom D Kadett liegt?


    Der E Kadett hat ja damals schon sagenhafte 0,32 geliefert.

    Dafür hat der E dann aber auch die doofen gerade Radläufe hinten bekommen. 😣

    cW-Wert ist eine gute Frage...

    Bei uns haben sie damals gesagt, dass der D eine Aerodynamik wie ein altbergischer Kleiderschrank hätte :thumbsup:

  • #19

    Gab es welche ohne Fahrgestellnummer oder wie?

    Jetzt bin ich verwirrt:D

    Gab es auch, aber mal ausgenommen bis auf einige Nullserien (ist mir von Rekord Modellen bekannt) sowie bestellbare Ersatzkarosserien, hatten bei Opel alle ausgelieferten Fahrzeuge eine Fahrgestellnummer.


    Für die sogenannten Nullserien, Versuchsfahrzeuge aus der Vorserie, galt die strikte Order, dass diese nach Abschluß der Tests zerstört werden mussten. Vom Rekord hatten aber dennoch welche überlebt und waren in Vertragshändlerhände gelangt.

  • #20

    Weiß eigentlich jemand, wo der cW-Wert vom D Kadett liegt?

    Ja, der cW-Wert liegt bei 0,40 - 0,41.


    Das kann man einfach herleiten. Ein VW Golf I ist den Unterlagen nach mit cW = 0,41 angegeben, die Stirnfläche ist beim Kadett-D etwa gleich groß und die Höchstgeschwindigkeit ist bei gleicher Motorleistung ebenfalls auf der selben Höhe bei beiden Fahrzeugen.


    Oder man vergleicht die benötigte Motorleistung für eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit bei beiden Kadett-Modellen D und E. Die Angriffsfläche der Luftströmung ist identisch. Sagen wir mal z.B. vmax = 160 km/h. Im D braucht man dazu ca. 75 PS Motorleistung, der E schafft das Tempo schon mit 60 PS. Den cW-Wert vom E kennen wir: 0,32. Um den cW-Wert vom D zu erhalten rechnet man dann 0,32 / 60 x 75. Das ergibt dann 0,4 als Ergebnis. Der Leistungsbedarf zur Überwindung des Rollwiderstands ist bei der Geschwindigkeit nur noch im einstelligen Prozentbereich und vernachlässigbar bei der ungefähren Ermittlung. Bei niedrigem Tempo ist der Anteil des Rollwiderstands naturgemäß größer, dafür ist der cW-Wert dann nicht mehr so wichtig.

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