Vorstellung "Drei 16V und deren Geschichte"

  • #1

    Hallo,



    wie angekündigt mein Kadett-Projekt und die Vorgeschichte zum Weg dahin.


    Vorab, gelernt habe ich als Kraftfahrzeugmechaniker 1986-89 bei einem Opel-Händler in Mainz und damit wurde ich infiziert vom Kadett-E (Monza war auch geil, aber, teuer, teuer).
    Als Lehrling durfte ich damals die ganzen neuen Autos immer nur schön entwachsen (Opel schmierte die Karosserien damals immer komplett ein, mußte mit Chemie und heißem Wasser, also Dampfstrahler, entfernt werden) und dann für die Übergabe an den Kunden vorbereiten.
    Natürlich hat mir damals besonders das GSI-Modell gefallen, obwohl ich mangels Alter und Führerschein diese Raketen nicht bewegen durfte, aber die Schwärmerei meines Gesellen hatte schon gereicht, wollte auch mal so einen.


    Insgesamt kamen mir dann drei GSI 16V ins Haus zwischen 1996 und heute.


    Der erste war ein 88er 3-Türer in weiß ohne alles außer GSHD und optisch extrem runtergekommen nach nur acht Jahren und vier Vorbesitzern, aber mit 156 Pferdchen ohne Kat, der fahrtechnisch beste von allen.
    Nichts deutete auf einen 16V hin, mein Arbeitskollege, der vierte Besitzer, hat alles runtergerissen inkl. dem markanten Endschalldämpfer, sah aus wie ein popeliger 1.8, geil.
    Dieser ging 1998 nach Kassel zu meinem damaligen Kumpel, weil, ich wollte unbedingt einen Fünftürer.



    Der zweite war ein 88er 5-Türer aus erster Hand, 200.000km und kam 2003, der mir dann leider abgebrannt ist.
    Dank des Pförtners der Firma, in der ich damals arbeitete, mußte ich ihn als Totalschaden abschreiben. Der nette Mann nervte solange am Werkstattor, bis ich zu ihm ging und mich von meiner Verantwortung der Brandwache beim schweißen entziehen ließ, nur dafür, das er in seinem Pförtnerhäuschen Fernsehen schauen konnte, er benötigte dringend ein Kabel für seine verdammte Antenne von der Klotze!


    Trotz schon einiges an Innenteilen, was ausgebaut war (Rücksitzbank, Beifahrersitz, Teppich etc.) loderte der arme Kerl innerhalb weniger Minuten lichterloh, der Motorraum blieb aber unversehrt.
    Dazu der Feuerlöscher leer, also blieb nur der Dampfstrahler von der LKW-Wäsche, aber es dauerte gut und gerne 1 Minute, bis der lief.
    Das Auto war damit aber in zehn Sekunden gelöscht, nun ja.
    Der Abstellplatz auf den Fotos ist übrigens nicht die Brandstelle, sondern unsere damalige Lackierei, wo ich ihn erst mal abgestellt habe.
    Ich wollte ihn zwar mittels neuer Dachhaut noch mal aufbauen, aber am Ende habe ich ihn leider ausgeschlachtet und kleingeschnitten.




    Der dritte ist jetzt seit 2010 in meiner Hand und, er hat die Schweißarbeiten ohne Brand überstanden, Schwitz.


    Dazu später mehr...

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  • #2

    Teil 2.


    Auf der Suche nach einem Kadett stieß ich durch Zufall 2010 auf Ebay auf Nummer drei als Auktion.


    Wieder ein Fünftürer, EZ. 1989, 123.000km, C20XE, erste Hand, Servo, ABS, ZV, 2/3-1/3 geteilte Rücksitzbank, Bordcomputer, Mäusekino, elektr. Spiegel, Kopfstützen hinten, Scheinwerferreinigungsanlage, Original Opel Austauschmotor bei 67.000km erneuert (Zahnriemenschaden), alle Belege vorhanden, TÜV neu.


    Soweit, bis 2100€ ging ich mit, aber ich wurde überboten, der Kadett ging für 2200€ weg, Schade.
    Zwei Tage später schrieb mir der Verkäufer, ob ich noch Interesse hätte, der Erstkäufer wollte 500€ anzahlen, den Wagen mitnehmen und den Brief später einlösen.
    Damit war er aber nicht einverstanden.


    Also, zugesagt, Termin gemacht am Wochenende, den Firmeneigenen Abschleppwagen geschnappt und hingefahren.
    10 Minuten Besichtigung in einer dunklen Garage, einmal das Sahnestück gestartet und gekauft.


    Hier die Bilder dazu:





    Soweit war ich erst mal zufrieden, Innenraum bestens, Technik fehlerfrei, Karosserie zufriedenstellend, allerdings wußte ich da noch gar nicht, auf was ich mich eingelassen habe.


    Weiter in Teil 3...

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  • #5

    Teil 3... (es werden wahrscheinlich noch einige folgen) und meine Sucherei nach Fotomaterial von nicht lesbaren CDs, Shit.



    Soweit, das Objekt der Begierde stand vor der Tür und ich überlegte aufgrund des eigentlich ganz guten Zustandes, ihn mit dieser echten "Patina" einfach nur gelegentlich mit roten Kennzeichen zu bewegen.
    Trotzdem habe ich dann erst mal nach Ersatzteilen Ausschau gehalten und muß heute im Rückblick sagen, gut, das ich es gleich gemacht habe.
    Also eine Bestandsaufnahme der Karosserie und eigentlich kam damit der Entschluss, ihn doch komplett zu zerlegen.


    Eigene Vorgabe, nur originale Blechteile (keine Überzieher o.ä.) und alles wird fein säuberlich ausgebohrt.


    Also, rechter Radlauf hinten war schon geschweißt worden, neu, der linke blühte minimal, war aber noch unberührt, trotzdem aufmachen.
    Schweller links und rechts waren ebenso schon mit neuen Blechen bestückt worden, jeweils in Höhe der unteren Kotflügelkanten und der Enden unter den hinteren Türen.
    Nicht viel, aber, einmal richtig und man hat Ruhe.
    Kotflügel waren unten ebenfalls an der A-Säule ebenfalls angegriffen, daher Austausch.
    Der minimale Rostansatz am Frontbau (Übergang Radhaus an Frontblech im Motorraum innen) war so gering, das hier das Sandstrahlgerät für die kleine Fläche ausreichte.
    Bodenblech im Topzustand, daher keine Arbeiten erforderlich, ebenso wie die Spritzwand bzw. Abtrennung Innenraum - Motorraum, vielleicht auch, weil er zum Glück kein Glasschiebehubdach hat.



    Somit stand vorerst in der Beschaffungsliste, die dann auch innerhalb weniger Wochen abgehakt werden konnte:



    - Kotflügel rechts (Opel-Händler in Bayern 70€)




    - Kotflügel links, Foto fehlt (Privat, 89€)



    - Seitenwand links und rechts (linke Opel Classic Parts 89€, rechte Ebay 40€)




    - Kühlertraverse unten (Ebay 25€, allerdings vom 8V, Abschleppöse wurde umgesetzt)




    - Tür vorne rechts (Privat 40€)




    - Außenschweller links und rechts (Opel-Händler Mainz 80€)



    10 Jahre später bekommst du entweder nichts mehr oder du bezahlst inzwischen Preise, die weit über der Schmerzgrenze liegen.


    Natürlich kam dann wie üblich als Schnäppchenjäger ein ganzes Ersatzteillager zusammen an eigentlich nicht benötigten Blechteilen... man kann nie wissen.


    Zudem wollte ich die Karosse auch versteifen, nicht wie ein Rallyeauto mit Käfig, Zelle oder zusätzlich eingeschweißten Versteifungen, sondern soweit, das man es hinterher nicht sieht, dazu später mehr.
    Bei einem 124er oder 3er aus der Zeit kann man sich so etwas sparen, aber gerade ein 5-türiger Kadett, der arbeitet, alles arbeitet.


    Als letztes dann noch die Überlegung mit der Farbe, einzige Abweichung vom selbst gesteckten Ziel eines originalen Kadett.
    Grundsätzlich ist die originale Farbe eigentlich sehr nett, aber meiner sollte schwarz werden, Schuld ist nur dieser Prospekt!




    So soll er werden und aussehen, nur eben als 5-Türer und ohne (Sorry) monströse Nebelscheinwerfer, einfach nicht mein Fall.


    Morgen (Heute) Teil 4, dann geht es ans zerlegen und andere Katastrophen, die man sich so antut.


    Gute Nacht

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  • #6

    Teil 4...



    Eingeschränkt und etwas ratslos geht es weiter mit der Erkenntnis, das nichts ewig haltbar ist, in diesem Falle meine Bildersammlung auf CD.
    Leider wird vorerst einiges an Bildmaterial fehlen, da die CDs einfach nicht mehr lesbar sind, also muß ich stückeln, guter Rat ist teuer.


    Daher werde ich vorerst Arbeiten bildlich einstellen, die noch funktionieren und die Karosserie erst mal überspringen.



    Federbeine Vorderachse


    Nach dem Ausbau komplett zerlegt, grob gereinigt und dann zum sandstrahlen gegeben (Die Bügel mittig sind von den Querlenkern und dem vorderem Stabilisator)



    Nach dem sandstrahlen




    Federbein links und rechts fertig vom lackieren, sehen wieder aus wie ab Werk




    Federbeine kurz vor dem montieren, alle wieder zu verwendenen Teile gereinigt und konserviert, Radlager und Bremsenbleche neu sowie neue Gasdruckdämpfer von Sachs (fehlen auf Foto), die kommen den originalen von Opel ziemlich nah.




    Federbeine fertig montiert, können so eingebaut werden, originale Bremsscheiben und Belagsatz liegt auch schon da




    Der Stabilisator der Vorderachse dasselbe, sandgestrahlt, grundiert, lackiert



    Teil 5...

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  • #7

    Teil 5...



    Bremssättel Vorderachse




    Beim zerlegen, sehen ziemlich schlimm aus, aber...




    Zerlegt, grob gereinigt, dann in eine 50%ige Essigsäurelauge eingelegt, danach die Lauge durch einlegen in eine warme Waschpulverbrühe neutralisiert




    Vor dem letzten Behandlungsgang, fast fertig, der Kolbenraum wird dann neu aufpoliert und die Sättel nebst Trägern zum galvanisieren gebracht




    Neuer Dichtsatz liegt bereit, die restlichen Teile wie Führungsschrauben, Entlüftungsnippel und Spannbügel sind ebenfalls überarbeitet




    Querlenker VA nach dem Ausbau, zwei neue liegen bereit, die alten aus meinem Kadett werden gerade überholt und verstärkt, da für ein anderes Projekt gedacht



    weiter...

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  • #8

    Teil 6...



    Luftfilterkasten und Resonator



    Ebenfalls zerlegen, reinigen und etwas Pflege mit Silicon, fertig (die auf dem Foto fehlende vierte Klammer des Deckels habe ich nach vier Jahren wiedergefunden, ts)




    Der Heizungskasten, zwar nicht defekt, aber wenn er draußen ist, einmal Grundreinigung und Überholung der vier Klappen (Fond-Fußraumheizung hat mein Kadett angenehmer Weise auch)




    Die Klappen wurden gereinigt, entrostet, neu lackiert und wieder mit Dämmstoff beklebt, hier habe ich mir Material von der Rolle aus dem Heizungsbau organisiert, dient einerseits zum abdichten der einzelnen Kammern und andererseits gibt es keine blechernen Geräusche beim anlegen der Klappen an das Gehäuse




    Das Oberteil des Heizungskastens, der von unten an die Spritzwand montiert wird (im Motorraum sitzt das Gebläse von oben drüber), hier mußte nur die Abdichtung erneuert werden




    Alle Teile sind fertig zur Montage




    Teil 7...

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  • #9

    Teil 7 von ???




    Fertig...



    Noch ein paar Fotos von den gesammelten Neuteilen, die einem so über den Weg laufen und der innere Schweinehund sagt, mitnehmen, in jedem Fall mitnehmen:





    Soweit erst mal, ich versuche, meine CDs irgendwie zu retten und dann kommt Teil 8

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  • #10

    Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht. Das sieht ja nach einem gründlichen Neuaufbau aus.


    Die Klappen wurden gereinigt, entrostet, neu lackiert und wieder mit Dämmstoff beklebt, hier habe ich mir Material von der Rolle aus dem Heizungsbau organisiert, dient einerseits zum abdichten der einzelnen Kammern und andererseits gibt es keine blechernen Geräusche beim anlegen der Klappen an das Gehäuse

    Hast du einen Link zu dem Material aus dem Heizungsbau? Ich habe das kürzlich bei meinem Cabrio auch gemacht mit Originaldichtungen von OCP, aber die Dichtung sitzt so stramm, dass ich nur mit erheblicher Kraft die Klappen auf "ganz zu" stellen kann. Da muss ich im Winter noch mal ran.

  • #11

    Hallo Christian,



    leider nicht, da ich hier auf vorhandenes Material unserer privaten Werkstatt zurück gegriffen habe, lag da halt im Lager.


    Dein geschildertes Problem habe ich so gar nicht bedacht, werde mal die Konsole anschließen und schauen, ob es dann bei mir auch so ist.


    Ansonsten kommt doch wieder dieses weiche Schaumstoffzeug rein, was sich bei mir aufgelöst hatte, wird sicherlich irgendwo als Meterware angeboten.


    Ich sag bescheid.

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  • #12

    Zum gründlichen Neuaufbau, ja, ich versuche, so gut es geht, den alten Herren wieder herzurichten, aber auch mir sind handwerkliche, zeitliche und finanzielle Grenzen gesetzt.
    Der Kadett hat mich bis heute mit Anschaffung, Lackierung und Ersatzteilen alleine schon ca. 5000-6000€ gekostet, da ist noch keine einzige Arbeitsstunde drin (klar, ich mache das ganze ja für mich).
    Dazu kommt die eigene Werkstatt mit ihren laufenden Kosten wie Miete, Strom etc., da ich irgendwann das ganze auch nicht mehr in der vom Arbeitgeber machen wollte (Alles jeden Tag rein und raus, der normale Betriebsablauf muß ja gewährleistet sein), zudem die ganzen Autos der Familie, die ich auch mindestens zweimal im Jahr in Händen habe.
    Dann steht da noch der Alltagskarren Astra mit laufenden Betriebskosten, der alte Vectra wartet auf seine Wiederbelebung und das Gemeinschaftsprojekt meines Mitstreiters und mir, ein Toyota Land Cruiser, wird auch gerade komplett zerlegt, da wird es schon eng.


    Gelegentlich meldet sich die Bundeswehr, gehen auch noch zwei/drei Wochen im Jahr drauf für Lehrgänge und Ausbildungen, wenn ich dann noch Frau und Kinder hätte, Oh je.


    Wer also einen Neuaufbau a´la Daimler-Benz 300Sl-Flügeltürer, Abteilung Classic in Stuttgart erwartet, wird enttäuscht werden, aber ein gewisses Maß an Qualität und Detailliebe setze ich für mich persönlich voraus.
    Das die Schweißpunkte unter den Schwellern an den Blechen, die ich nachfertigen mußte, nicht werkseitig aussehen, ist mir klar, aber sie sind so geschweißt, das sie halten und der Rost vorher bis zum gesunden Material rausgetrennt wurde.
    Bei einem erfahrenen Karosseriebauer würde ich damit sicherlich keinen Schönheitsbonus bekommen, aber er würde bestätigen, das es technisch Hand und Fuß hat.


    Erlernt habe ich schließlich den Mechanikerberuf, an die Karosserie-Arbeiten habe ich mich auch nur getraut, weil sie berufsbegleitend sind, die Erfahrung im Laufe der Jahre gestiegen ist und ich keine Angst vor neuen Ufern habe.


    Im nächsten Leben mache ich garantiert was anderes, werde dann Pirat oder Herr Merkel.

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  • #14

    Danke Thomas,


    aber nach meiner Karriere in der Autobranche, die jetzt immerhin seit 34 Jahren mit allen Höhen und Tiefen andauert, hab ich keine Lust mehr auf den Beruf.


    Als ich in die Lehre ging, gab man Dienstags ein Auto für einen Ölwechsel mit Filter ab und holte es am Donnerstag wieder.
    Heute kommen die Kunden für die große Jahresinspektion, 4 neue Reifen, Steuerriemenwechsel und Beseitigung vom Ölverlust, um nach 1 Stunde zu fragen, wann ihr Auto fertig ist (Ironie an).


    Früher bin ich Teile holen gefahren beim Zentralhändler, nach zwei Stunden war ich wieder da, fertig, ich war einfach zwei Stunden offline.
    Heute rufen die Chefs um 23Uhr (meiner zum Glück nicht) auf dem Privathandy (hab ich nicht mehr) an und erzählen dir, das du morgen eine halbe Stunde eher kommen must.


    Nicht mehr meine Zeit...


    Deswegen, als Pirat fahre ich solange durch die Gegend, bis ich ein Schiff sichte und es kapern kann (Ironie aus)


    Nebenbei, mein Stiefbruder wohnt in Saulheim.


    Gruß



    René

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  • #15

    Mensch Rene, dass ist doch heute überall so... der angestellte Leibeigene soll 16 Stunden arbeiten, 24 Stunden erreichbar sein, zu allem ja und Amen sagen und nur für 7,5 Stunden (wenn überhaupt, denn die wertgeschöpfte Zeit wird ja penibel errechnet) bezahlt werden. Am liebsten hätte es der AG wenn der AN noch Eigenkapital mitbrächte... <X

  • #16

    Schon,


    aber ich muß mich dem nicht anschließen, für mich ist diese AW-Schrauberei Geschichte, die nächste Generation bitte.


    Für dieses Thema kann man einen eigenen Thread aufmachen, der eigentlich gar nicht in das Forum reingehört.

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  • #17

    Leider muss ich Dir da beipflichten. In den letzten 30 Jahren ist in den großen Wirtschaftsunternehmen hierzulande die Wirtschaftsleistung um 400% bis 500% gestiegen, gesamtwirtschaftlich über alle Wirtschaftszweige in ganz Deutschland um 300%. Aber mal Hand aufs Herz, wessen Einkommen (eines Durchschnittsverdieners) hat sich im selben Zeitraum ebenfalls verdreifacht oder gar vervierfacht? Wohl eher bei den Wenigsten!!!
    Und wo ist dann der ganze erarbeitete Reichtum des Wirtschaftswachstums abgeblieben? Dieser wurde nur auf wenige Einzelne verteilt, der große Teil der Arbeitenden ist leider zu kurz gekommen und wurde mit einem Inflationsausgleich abgespeist.


    Ich kann Deine Entscheidung nachvollziehen...


    Zurück zum Thread

  • #18

    Teil 8...



    Moin Moin,


    nachdem ich mich endlose Stunden mit meinem Bildmaterial der Arbeiten, die auf CD gebrannt sind, herumgeärgert habe, ist es mir wenigstens gelungen, einen Teil davon auf einen Stick zu ziehen.

    Würde sagen, die Hälfte ist unbrauchbar, deswegen fehlen leider ein paar Fotos, die den Arbeitsablauf nur stückweise wiedergeben, aber besser als nichts.


    Daher, Bestandsaufnahme wie z.B. die vordere rechte Tür mit Parkschramme, diese wurde dann später ausgetauscht gegen eine neue Rohbautür, zudem die Unterkante von unten, einmal neu:


      



    Außenschweller hinten rechts, der Steinschlagschutz schon abmontiert, man sieht gut die Arbeiten vom Vorbesitzer (der war nur Wiederverkäufer, hat den Kadett aber nicht angemeldet gehabt) für die fällige HU (TÜV), nicht schön, aber Plakette erteilt:




    Radlauf hinten links, vom Innenraum aus fotografiert, man sieht schon den Rostansatz unten links in der Ecke. Zwar wirklich wenig, aber trotzdem eine zukünftige Problemstelle, bei ausgebauter Heckleuchte sah ich dann auch die Arbeit des Vorbesitzers, mußte ebenfalls alles raus, der rechte Radlauf war bedeutend schlimmer:


      



    Querträger (Kühlertraverse), die wurde dann auch erneuert, heute im nachhinein war es unnötig, einerseits, weil ich den Unterboden sowieso komplett strahlen lasse und andererseits gab es damals schon dieses Bauteil nicht mehr.

    Ich mußte die Traverse vom normalen Kadett nehmen und die Abschleppöse umändern:


      



    Außenschweller vorne rechts, der Kotflügel war schon abmontiert, dasselbe Bild, einigermaßen repariert, aber nicht schön, also, beide Teile für links und rechts neu bestellt.

    Das dritte Bild zeigt die Vorbereitung für die Bohrlöcher der Nieten, an die später die Halteklammern kommen für den Steinschlagschutz, ich wollte diese in jedem Fall nicht bohren, wenn die Schweller eingeschweißt sind.

    Eine Schablone hergestellt und so hatte ich meine Maße:


        




    Teil 9...

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  • #19

    Teil 9...



    Im großen und ganzen war die Substanz gut, am Ende meiner Begutachtung stand für mich fest, die beiden Seitenteile, die beiden Außenschweller, die rechte vordere Tür und die beiden Kotflügel zu erneuern, den Rest erledigt die Sandstrahlpistole.

    Na ja, wie immer, ist dann doch ein wenig mehr geworden, zwar nicht an Blechteilen, aber an Arbeit und Geduld.


    Doch weiter, rechte und linke A-Säule, bestens:


      



    Heckblech, kein Handlungsbedarf, ist dringeblieben:




    Radeinbau rechts von unten, nur Flugrost und kein Grund, das ganze Teil zu erneuern, auch wenn ich die neu liegen habe:


      



    Innenraum Schwellerbereich links und rechts, allerbestens:


        



    Auch die Schwachstelle der unteren Stirnwand ist perfekt, leider habe kein Foto davon.


    So war klar, was gemacht wird, dazu mehr in Teil 10.

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  • #20

    Teil 10...


    Vorweg, die Werkstatt von meinem Arbeitgeber stand mir frei zur Verfügung außerhalb der regulären Arbeitszeit, das normale Tagesgeschäft mußte weiterhin funktionieren, also, Auto und Teile jeden Tag rein und raus.

    Problem war, ich hatte damals noch keine Garage und konnte so die größeren Teile wie Motor/Getriebe, Achsen etc. nicht lagern.

    Daher beschloss ich, die Karosseriearbeiten im rollbaren Zustand auszuführen, also zumindest, das man das Auto lenken und schieben konnte, am Ende konnte ich ihn sogar fahren, bis alle Bleche drin waren.

    Bedenken von einem Verzug der Karosse hatte ich nach Rücksprache mit meinem einem Chef wenig, da ich zuerst jeweils die äußeren Seitenteile und danach die Außenschweller erneuert habe.

    Auch wenn das manch einer anders sieht, eine selbstragende Karosse, die nicht aller tragenden Teile beraubt wird, ist hinterher nicht krumm wie manche behaupten.

    Das es die richtige Entscheidung war, zeigte sich am Ende mit allen Spaltmaßen und Schließungen / Öffnungen von Türen und Klappen, dazu später mehr.


    Hier ein paar Bilder der Zerlegung, bevor das erste mal die Trennscheibe und der Schweißpunktbohrer angesetzt wurde:


        



    Jetzt wurde es ernst, die ersten Arbeiten an der linken Seitenwand, alles ausbohren, oben mit Klebeband die Stelle markiert, wo ich das ganze trenne.

    Die Türen waren zwar weitgehenst zerlegt, blieben aber zum anpassen der Blechteile erst mal drin inkl. Schließmechanismus. Zum öffnen / schließen brauchte ich vorerst sowieso nur die hintere linke:


       



    Die Seitenwand links ist draußen und der Gammel wird sichtbar:


       


    Weiter zu Teil 11...

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